11.07.2020 12:12

Allschwil BL

«Dem Polizeieinsatz ging ein langer Nachbarschafts-Terror voraus»

Weil sich ein Mann (41) in seiner Wohnung verschanzt hatte, kam es am Samstagmorgen in Allschwil BL zu einem vierstündigen Polizeieinsatz. Die anderen Mieter des Hauses sind über den aktuellen Vorfall wenig erstaunt – seit Wochen hatten sie nun nämlich schon Probleme im Haus.

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Am Samstagmorgen um 5.45 Uhr wurde eine Lärmbelästigung in einem Mehrfamilienhaus an der Binningenstrasse in Allschwil gemeldet. 
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich der für den Lärm Verantwortliche in der Wohnung, aus welcher der Lärm gemeldet wurde, bereits verbarrikadiert.

Am Samstagmorgen um 5.45 Uhr wurde eine Lärmbelästigung in einem Mehrfamilienhaus an der Binningenstrasse in Allschwil gemeldet.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich der für den Lärm Verantwortliche in der Wohnung, aus welcher der Lärm gemeldet wurde, bereits verbarrikadiert.


Aufgrund geäusserter Drohungen des Mannes, gegebenenfalls auch eine Schusswaffe einzusetzen, verschafften sich die Sondereinheiten der Polizei Basel-Landschaft Zutritt zu seiner Wohnung. Der 41-jährige psychisch auffällige Mann konnte angehalten werden. Er blieb unverletzt.


Aufgrund geäusserter Drohungen des Mannes, gegebenenfalls auch eine Schusswaffe einzusetzen, verschafften sich die Sondereinheiten der Polizei Basel-Landschaft Zutritt zu seiner Wohnung. Der 41-jährige psychisch auffällige Mann konnte angehalten werden. Er blieb unverletzt.

Die Anwohner des Hauses atmen jetzt erleichtert auf: «Endlich!», meint ein Nachbar. «Seit der Mann vor vier Monaten hier bei uns eingezogen ist, vergeht kein Tag, ohne dass etwas passiert.»

Die Anwohner des Hauses atmen jetzt erleichtert auf: «Endlich!», meint ein Nachbar. «Seit der Mann vor vier Monaten hier bei uns eingezogen ist, vergeht kein Tag, ohne dass etwas passiert.»

Am Samstagmorgen rückte die Polizei mit einem Grossaufgebot an die Binningenstrasse in Allschwil BL aus. Nachbarn hatten der 117 zuvor laute Technomusik und wildes Geschrei gemeldet. Seit fünf Uhr morgens hatte dieser Lärm, der aus der Wohnung eines 41-jährigen Bewohners kam, das Haus erzittern lassen. Als die Polizei aufgrund der Lärmklagen dann kurz vor sechs Uhr mit dem Verursacher Kontakt aufnehmen wollte, verschanzte sich dieser in seiner Wohnung. Ein rund vierstündiger Polizeieinsatz folgte.

Aufgrund geäusserter Drohungen des 41-Jährigen, gegebenenfalls auch eine Schusswaffe einzusetzen, verschafften sich die Sondereinheiten der Polizei Basel-Landschaft schliesslich Zutritt zu dessen Wohnung. Die Polizei konnte den Mann, der in der Medienmitteilung als «psychisch auffällig» beschrieben wird, schliesslich mitnehmen.

Voodoo-Puppe in der Waschküche und gruselige Blicke

Die Anwohner des Hauses atmen jetzt erleichtert auf: «Endlich!», meint ein Nachbar. Denn: «Dem Polizeieinsatz ging ein langer Nachbarschafts-Terror voraus.» Seit der 41-Jährige vor vier Monaten ins Haus gezogen sei, vergehe kein Tag, ohne dass etwas passiert.

Böse Blicke und Drohungen sind nur Details: Der Nachbar erzählt etwa von einem Vorfall im Frühling: «Als sich mehrere Nachbarn im Garten zum Grillen trafen, spritzte der Mann mit dem Wasserschlauch auf unsere Sachen. Zudem drohte der Mann, er werde zu unserem Feind, sollten wir es nochmals wagen, hier zu grillieren.» Habe sich auch sonst ein Hausbewohner draussen im Garten aufgehalten, habe der Mann in seiner Wohnung sofort die Musik laut aufgedreht. Zudem seien im und rund ums Haus immer wieder Sachen zerstört worden. Einem Anwohner soll so etwa kürzlich die Motorrad-Abdeckplane verschnitten worden sein. «Wir hatten keine Beweise, aber einen klaren Verdacht, wer hinter diesen Vandalenakten steckt», sagt der Nachbar.

Auch wurde die Situation im Mehrfamilienhaus zunehmend gruselig. Vor wenigen Tagen fanden die Nachbarn in der Waschküche eine Art Voodoo-Puppe – einen von mehreren grossen Eisennägeln durchbohrten Plüschbären. Da sei es den Mietern nicht mehr wirklich wohl in ihrer Haut gewesen.

Diese Puppe, durchlöchert mit grossen Nägeln, fanden die Nachbarn vor wenigen Tagen in der Waschküche.

Diese Puppe, durchlöchert mit grossen Nägeln, fanden die Nachbarn vor wenigen Tagen in der Waschküche.

Foto: zvg

Bald hätte es bei der Verwaltung nun zu einer Aussprache zwischen den Mietparteien kommen sollen: «Der Termin hätte in den nächsten Tagen stattfinden sollen», sagt der Nachbar. Dazu wird es wohl aber nicht mehr kommen – der 41-Jährige wurde von den Einsatzkräften am Samstagmorgen mitgenommen. Wie die Polizei mitteilt, kann sie aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiterführenden Angaben machen. Bei den Nachbarn, die den ganzen Samstagmorgen aus Sicherheitsgründen eingeschlossen in ihren Wohnungen verbringen mussten, wünscht man sich nun einfach die ursprüngliche Ruhe zurück.

(20m)

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