Dem Tod geweiht: Kleintiere immer häufiger ausgesetzt
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Dem Tod geweiht: Kleintiere immer häufiger ausgesetzt

Spaziergänger entdeckten im Wald ein verwahrlostes Meerschweinchen und zehn Hamster. Laut Fachleuten werden Kleintiere immer häufiger einfach ausgesetzt.

«Das Meersäuli war in ganz schlechtem Zustand», sagt Tierpflegerin Myrta Rieder. Der Hund einer Spaziergängerin hatte das Tier vergangene Woche im Matzenried-Wald aufgespürt – völlig ausgemergelt und von Parasiten befallen. Sein Besitzer wollte das Meerschweinchen offenbar auf bequeme Weise loswerden. Leider kein Einzelfall: Nur wenige Tage zuvor war eine Passantin im Gäbelbach auf eine Kartonschachtel mit zehn kleinen Hamstern gestossen. «Einige Weibchen sind vermutlich sogar trächtig», so Rieder.

Genau wie das Meersäuli wird auch die Hamster-Truppe derzeit im Tierheim Oberbottigen aufgepäppelt. Für die Tierpfleger sind die beiden aktuellen Fälle Zeugen einer traurigen Entwicklung: «Vor allem Kleintiere werden wieder immer öfter einfach ausgesetzt», sagt Rieder. «Hoffentlich finden wir für alle Nager bald ein schönes neues Zuhause.»

Raffaela Moresi

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