Perfekter Haarschnitt trotz Lockdown?: Demirovic löste mit seiner Frisur einen Streit aus – jetzt verteidigt er sich
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Perfekter Haarschnitt trotz Lockdown?Demirovic löste mit seiner Frisur einen Streit aus – jetzt verteidigt er sich

Der Ex-St. Galler Ermedin Demirovic überzeugt nach Startschwierigkeiten in der Bundesliga. Nun spricht der Freiburg-Star über seinen Erfolg – und seine perfekte Haarpracht.

von
Nils Hänggi
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Ermedin Demirovic ist derzeit in bestechender Form. 

Ermedin Demirovic ist derzeit in bestechender Form.

Tom Weller/dpa
Das weiss er auch selbst. Zufrieden ist er dennoch nicht. Er meint: «Ich will immer mehr, immer weiter, immer höher hinaus.»

Das weiss er auch selbst. Zufrieden ist er dennoch nicht. Er meint: «Ich will immer mehr, immer weiter, immer höher hinaus.»

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Im Januar löste er mit seiner perfekten Haarpracht in Deutschland eine Friseur-Debatte aus. 

Im Januar löste er mit seiner perfekten Haarpracht in Deutschland eine Friseur-Debatte aus.

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Darum gehts

  • Ermedin Demirovic (22) spielte in der letzten Saison beim FC St. Gallen.

  • Mittlerweile kickt er für den SC Freiburg in der Bundesliga.

  • Ihm gefällt es im Breisgau.

  • Dass er mit seiner Frisur eine Debatte in Deutschland auslöste, hätte er niemals gedacht.

Ermedin Demirovic (22) hat es geschafft. Er spielt in der Bundesliga beim SC Freiburg und überzeugt mit teils sensationellen Leistungen. Mitte Januar beim 5:0-Sieg gegen Köln etwa. Demirovic schoss ein Tor, bereitete zwei weitere vor. Oder am Samstag gegen Dortmund. Dem jungen Stürmer gelang beim Sieg zwar kein Tor, er überzeugte aber dennoch. Durch seine Kraft, durch seine Explosivität. Nicht verwunderlich also, gerät Freiburg-Coach Christian Steich ins Schwärmen, wenn er über seinen Schützling redet. «Der Ermedin ist ein toller Kerl», pflegt er zu sagen.

Und der 22-Jährige selbst? Was meint er zu seinen Leistungen? 20 Minuten hat mit ihm gesprochen. «Zufrieden bin ich eigentlich nie. Ich will immer mehr, immer weiter, immer höher hinaus», meint der Deutsch-Bosnier. Dass es bei ihm derzeit aber gut läuft, das gibt er zu. Demirovic sagt: «Momentan ist alles wunderbar. Es geht in die richtige Richtung.»

Dabei sah es im Herbst einmal nicht so gut aus. Demirovic sass oft auf der Bank. Doch er kämpfte, arbeitete hart und gab im Training Gas. Die Folge: Ende November stand er endlich in der Startelf. Eine Woche später erneut. Es folgten Tore und Assists. Kurz: Der 22-jährige Ex-St.-Galler kam in der Bundesliga beim SC Freiburg an. Was er auch bestätigt. «Es gefällt mir hier sehr, sehr gut», so der Stürmer. «Ich fühle mich auch zu Hause, generell halt einfach sehr wohl. Das liegt auch daran, dass die Mannschaft super harmoniert.»

«Ich habe keine illegalen Sachen gemacht»

Alles gut also beim Deutsch-Bosnier? So ziemlich. Obwohl: Mitte Januar war da ja was. Weil er frisch frisiert und in perfekter Haarpracht auf dem Feld stand, erntete er Kritik. Ja, mehr noch. Demirovic war der Auslöser der Friseur-Debatte in Deutschland. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks kritisierte in einem offenen Brief an DFB-Präsident Fritz Keller den Umgang mit frischfrisierten Fussballprofis. Der Verband bemängelte, dass die Fussballer immer perfekte Frisuren hätten, obwohl coronabedingt die Coiffeure in Deutschland geschlossen sind. Dazu meint Demirovic: «Ich habe nichts falsch gemacht. Meine Freundin arbeitet im Haar- und Kosmetikbereich, darum kann ich guten Gewissens sagen, dass ich keine illegalen Sachen gemacht habe.»

«St. Gallen ist ein unglaublicher Club.»

Klare Worte des Freiburg-Stürmers. Man merkt, dass er mit dem Thema abgeschlossen hat, er nicht mehr gross drüber reden will. Sagt er doch auch: «Dass es so eine Aufruhr um Haare gibt, hätte ich nie gedacht. Vor allem war es bei mir ja nicht einmal ein neuer Haarschnitt.» Lieber will der 22-Jährige über Freiburg und seine Leistungen sprechen.

Drei Tore schoss er bisher, bereitete sieben vor. Wie viele Tore er diese Saison noch schiessen respektive wie viele Vorlagen er noch geben will, darüber mag sich Demirovic aber keine Gedanken machen. «Ich habe kein Ziel. So viel Druck will ich mir nicht machen», sagt der Freiburg-Stürmer und lacht. Er habe sich nie überlegt, wie viele Tore er in einer Saison schiessen wolle. «Ich versuche immer, so viele Tore zu schiessen, so viele Treffer vorzubereiten, wie möglich. Dieses Motto hatte ich auch stets beim FC St. Gallen.»

Demirovic vermisst die Schweiz sehr

Das Motto des Deutsch-Bosniers scheint aufzugehen. Schliesslich schlug er auch vergangene Saison in St. Gallen voll ein. Bei den Espen schoss der Mann, der zuvor schon in Spanien und in Frankreich spielte, 14 Tore und legte deren sieben auf. Angesprochen auf die Espen lacht der 22-Jährige. Er denkt gerne an seine Zeit in der Schweiz zurück. «Ich vermisse die Schweiz sehr! Ich war zwar nur ein Jahr dort, doch ich liebe den Verein einfach», freut er sich.

Und Demirovic schwärmt weiter: «St. Gallen ist ein unglaublicher Club. Ich habe noch mit vielen Kollegen Kontakt. Wenn man in ein neues Team kommt, weiss man oft ja nicht: Werden das einfach Teamkollegen sein, Menschen, mit denen man sich sehr gut versteht, oder wirkliche Freunde?» In St. Gallen habe er viele tolle Personen gefunden. «Freunde, mit denen der Kontakt auch nicht so schnell abbricht. Egal, wie gross die Entfernung ist», schliesst er happy. Klar tue es ihm daher sehr weh, wenn er sehe, wie wenig Tore St. Gallen derzeit schiesse. «Aber das kommt wieder. Ich glaube fest daran!»

Deine Meinung

26 Kommentare
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Derry Chami

10.02.2021, 11:37

Ich finde beim Torjubel eine Topfrisur äusserst wichtig Unbedingt die Tätowierungen in Szene setzen

Stuhi

09.02.2021, 08:44

Leider geht's im Fußball schon lange nicht mehr um Fußball

Augen auf bei der Berufswahl

09.02.2021, 08:43

Das sind die wichtigsten Dinge derzeit im Fußball...