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Demo für den Papst

Auf dem Petersplatz in Rom haben Zehntausende das Angelus-Gebet zu einer Solidaritätskundgebung für Papst Benedikt XVI. genutzt. Sie protestierten so gegen die Absage einer Papstrede durch die Sapienza-Universität in Rom.

Benedikt XVI. hatte die für den vergangenen Donnerstag vorgesehene Ansprache zur Eröffnung des akademischen Jahres vertagt, nachdem eine Gruppe von Dozenten sowie Studenten verlangt hatten, ihn unter anderem wegen «reaktionärer und konservativer» Ansichten auszuladen.

Auf nahezu 200 000 Menschen schätzten die vatikanischen Ordnungshüter die Menge, die sich bei strahlendem Wetter auf dem Petersplatz und in der Umgebung versammelt hatte. Im Durchschnitt kommen rund 20 000 Gläubige und Touristen zu dem Gebet. In Mailand verfolgten über 10 000 Menschen das Gebet auf einem Grossbildschirm.

Auch zahlreiche italienische Politiker des rechten und linken Lagers waren dem Aufruf aus römischen Kirchenkreisen gefolgt, das Angelus-Gebet zur Demonstration für den Papst und die Redefreiheit zu machen.

Benedikt XVI. ging an diesem «Papa Day», wie der Sonntag nach dem Eklat genannt worden ist, auch auf die jüngsten Vorgänge an der Universität ein. Er ermutigte alle Universitätsangehörigen, «die Meinungen des Anderen immer zu respektieren». Ein dreiminütiger Schlussapplaus folgte dem Gebet und den Worten des Papstes.

(sda)

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