Aktualisiert 23.03.2011 13:00

«Keine Erdbeersaison!»Demo gegen Erdbeeren aus Spanien

In 17 Schweizer Städten forderten Aktivisten die Konsumenten auf, die Finger von Erdbeeren zu lassen. Der Grund: die skandalösen Arbeitsbedingungen.

von
Cécile Blaser
Kundgebung in Basel gegen die Anbaubedingungen in Spanien. (tam)

Kundgebung in Basel gegen die Anbaubedingungen in Spanien. (tam)

«Achtung – keine Erdbeersaison!» Mit Plakaten und Flyern versuchten gestern und heute Umweltschützer in insgesamt 17 Schweizer Städten den Konsumenten ins Gewissen zu reden – und sie vom Kauf von nichtsaisonalem Obst und Gemüse abzuhalten. «Erdbeeren werden unter skandalösen Bedingungen in Spanien produziert, wo der Anbau wenig bis gar nicht kontrolliert wird», so Philippe Sauvin von Agrisodu, der Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft, die sich zurzeit mit fünf Standesinitiativen für ein Importverbot von Lebensmitteln, die unter sozialen und ökologischen Missständen produziert werden, einsetzt.

Doch den rund 150 Aktivisten liegen nicht nur die Gastarbeiter in Spanien am Herzen: «Heute kostet eine Schale Erdbeeren bei Coop 2.95 Franken. So tiefe Preise werden wir mit Schweizer Erdbeeren auch in der Hochsaison nie erreichen», erklärt Aktivist Martin Zbinden. «Dadurch geraten Schweizer Klein- und Familienbetriebe in einen gnadenlosen Preiskampf», ergänzt Sauvin. Er beobachte, dass Import-Erdbeeren immer noch billiger und nach wie vor früher auf den Schweizer Markt kämen.

Bruno Pezzatti, Mediensprecher des Schweizer Obstverbandes, meint: «Es kann zwar sein, dass der tiefe Eurokurs zu billigen Import-Erdbeeren führt. Die ersten Erdbeeren aus Spanien kommen aber jedes Jahr bereits im Februar auf den Markt.» Die Ängste der Schweizer Produzenten seien unbegründet: «Die Schweizer bevorzugten noch immer die heimischen Erdbeeren, die dann Mitte Mai in die Regale kommen.»

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