Aktualisiert 17.09.2007 20:30

Demo gegen Lügen-Premier

Am Budapester Parlamentsplatz haben sich rund 4000 Anhänger rechter Gruppierungen zu einer Kundgebung zur Erinnerung an die sogenannte «Lügenrede» des sozialistischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany versammelt.

Radikale Gruppen von Demonstranten schleuderten am Montagabend, über die schützenden Polizeikordons hinweg, Bierflaschen in Richtung wegfahrender Autos, in denen Abgeordnete sassen.

Verstärkte Polizeipräsenz

Vereinzelt erreichten die Wurfgeschosse ihre Ziele, darunter das Auto, in dem Verteidigungsminister Imre Szekeres sass. Die Polizei verstärkte während des Abends mehrmals ihre Präsenz beim Parlament.

Die Polizei hatte vorsorglich einen Teil des Parlamentsplatzes abgeriegelt. Vor dem nahegelegenen Gebäude des staatlichen Fernsehens und einem Ehrendenkmal für sowjetische Soldaten wurden Polizisten postiert.

Vor genau einem Jahr war bekanntgeworden, dass der frisch wiedergewählte Gyurcsany in einer parteiinternen Rede eingeräumt hatte, das Volk im Wahlkampf über die schlechte Budgetlage und den schmerzhaften Reformbedarf nicht aufgeklärt zu haben. «Wir haben gelogen. Morgens, abends und nachts», hatte er damals gesagt.

Diese Enthüllung hatte zu wochenlangen, zum Teil gewaltsamen Protesten geführt. Am 18. September hatte eine Gruppe rechtsradikaler Demonstranten versucht, das Fernsehgebäude zu stürmen und das sowjetische Ehrendenkmal beschädigt.

(sda)

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