Demonstrationszug: Demo gegen Rechtsradikalen-Treffen
Aktualisiert

DemonstrationszugDemo gegen Rechtsradikalen-Treffen

Rund 100 Linksautonome und Grüne wollten am Samstag ein rechtsradikales Treffen der Europäischen Aktion (EA) stören. Die Polizei war vor Ort – die Veranstaltung fand aber
in Einsiedeln statt.

von
Marlene Kovacs
Rund 50 Linksextreme wollten das EA-Treffen in Diepoldsau stören.

Rund 50 Linksextreme wollten das EA-Treffen in Diepoldsau stören.

Diepoldsau war am Samstag im Ausnahmezustand: Weil sich die Mitglieder der EA auf einem Parkplatz treffen wollten (20 Minuten berichtete), versammelten sich fast 100 Gegendemonstranten rund um den Treffpunkt. Mit Sprüchen wie «Für die Freiheit. Für das Leben. Nazis von der Strasse fegen» zogen rund 50 zumeist vermummte Linksextreme in einem Demozug durch die Gemeinde. Die meisten Grünen hielten dagegen eine Mahn­wache. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, um ein Zusammentreffen zu verhindern. Mehrere Strassen mussten kurzzeitig gesperrt werden. «Der Einsatz lief nach Plan, ausser dass einige De­monstranten versuchten, über ein Feld zu fliehen», so Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage von 20 Minuten.

Aufgrund des Vermummungsverbots und der Teilnahme an einer nicht bewilligten Demo wurden laut Krüsi 40 Personen festgenommen und angezeigt. Von den Anhängern der EA waren nur wenige in der Gemeinde anzutreffen – das «Europa-Fest» fand nämlich in Einsiedeln im Kanton Schwyz statt. Weil der Ver­mieter der Lokalität die Veranstaltung abblasen wollte, verschafften sich laut Kapo Schwyz die rechtsradikalen Teilnehmer gewaltsam Zutritt ins Gebäude. Die Polizei setzte sogar Pfefferspray ein, wodurch eine Frau verletzt wurde. Zwei Personen wurden wegen Hausfriedensbruch angezeigt. «Man hat uns denunziert. Wir haben nichts getan, was das Vorgehen der Behörden rechtfertigt», sagte Pierre Schlenk von der EA. Das Treffen wurde frühzeitig abgebrochen.

Grüne von Rechten attackiert

Nach ihrer Mahnwache fuhren die Grünen aus Österreich mit ihren Velos wieder heimwärts. «Dabei wurden wir von Rechten mit Holzscheiten attackiert», sagt der Vorarlberger Nationalrat Harald Walser. Noch mehr ärgerte er sich aber über die Polizei. «Obwohl Polizisten in der Nähe waren, hat uns niemand geholfen», sagt Walser. Für Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi unvorstellbar: «Ich bin mir sicher, dass die Kollegen eingegriffen hätten.»

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