Demo-Security verhinderte Zoff
Aktualisiert

Demo-Security verhinderte Zoff

Dank dem Verhandlungsgeschick von zwei Jungpolitikern und dem Demoschutz verlief der Antifaschistische Abendspaziergang ruhig. Die «interne Demopolizei» wird aber bereits kritisiert.

Samstag, 20.30 Uhr, Spitalgasse: Vermummte Demonstranten und Polizisten, verschanzt hinter Gitterfahrzeugen, stehen sich gegenüber. Als die Polizei per Megafon zu Verhandlungen aufruft, fliegen Flaschen. Kurz vor 21 Uhr rücken die Gitterfahrzeuge näher – die Situation droht zu eskalieren.

Im letzten Moment können zwei Jungpolitiker der Jungen Alternative einen Demo-Organisator zum Gespräch mit der Polizei bewegen. Der Vermummte schlägt eine Demo-Route vor, die Polizei akzeptiert.

Punkt 21.28 Uhr zieht der Zug los. Immer wieder rufen die Organisatoren aus: «Wir wollen keine Gewalt.» Fliegen Flaschen, greift der Demoschutz sofort ein. Die Polizei bleibt im Hintergrund. Kurz vor 23 Uhr ist die Demo vorbei. Die Polizei stellt «keine nennenswerten Sachbeschädigungen» fest.

Gemeinderätin Barbara Hayoz ist zufrieden: «Ich bin froh, dass wir im letzten Moment eine Lösung finden konnten.» Demonstranten äussern aber auch kritische Töne. «Ist es nötig, dass man Leute vom Demoschutz vor die Polizisten stellen muss?», fragt sich einer: «Eine interne Demo-Polizei ist sehr fragwürdig.»

Andrea Abbühl

119 Personen verhaftet

Pech hatten die Demonstranten, die mit dem Zug aus Zürich anreisten: Sie wurden am Bahnhof Bern von der Polizei in Empfang genommen.

Die Polizisten stellten unter anderem Steinschleudern, Spray-dosen und Pfeffersprays sicher.

119 Personen wurden festgenommen, weil sie sich der Kontrolle widersetzten und versuchten, die Polizeisperre zu durchbrechen.

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