Sachbeschädigungen: Demo-Sprayer verärgern Basler

Aktualisiert

SachbeschädigungenDemo-Sprayer verärgern Basler

Erst am Freitag hatte Harald Schirmer Schmierereien an seiner Fassade entfernen lassen. Am Samstag zog eine Demo an seinem Haus vorbei. Nun muss der Maler wieder kommen.

von
Valeria Happel
Harald Schirmer hatte die Fassade des Eckhauses in der Lothringerstrasse nur 24 Stunden vor der Schmiererei am Samstag streichen lassen.

Harald Schirmer hatte die Fassade des Eckhauses in der Lothringerstrasse nur 24 Stunden vor der Schmiererei am Samstag streichen lassen.

«Das kann doch nicht sein. Die ganze Strasse ist versaut», sagt Harald Schirmer kopfschüttelnd. An einer Hausfassade in der Lothringerstrasse betrachtet er die unzähligen Sprayereien, die in der Demo-Nacht auf Sonntag entstanden sind. Die Demonstration für «mehr Freiräume» war angekündigt, jedoch unbewilligt (20 Minuten berichtete).

«Warum schreitet die Polizei nicht ein? Zum Verteilen der Strafzettel sind sie schnell vor Ort, aber in so einem Fall nicht», sagt der 75-Jährige. Schirmer will das so nicht hinnehmen: «Ich erstatte Anzeige.»

Hausfassade war neu gestrichen

Nur 24 Stunden vor der Demonstration hatte Schirmer bereits Schmierereien an derselben Hausfassade durch ein Malerunternehmen entfernen lassen. «Es war neu gestrichen. Das kann man sogar noch mit der Hand erfühlen», so Schirmer.

Ein weiterer Anwohner hat ebenfalls «null» Verständnis. «Da hört der Spass auf», sagt er. Der Basler hatte die Aktionen beobachtet. Vermummt hätten sich zumeist in Vierergruppen rund 15 der Demonstranten von dem Techno-Marsch gelöst und die Wände innerhalb von kürzester Zeit vollgesprayt. Ein Mädchen habe er nach dem Sinn der Demo gefragt. «Es ist eine Party ohne Ende», habe sie geantwortet. «Dass die Jugendlichen ihren Freiraum fordern, verstehe ich – einen Freipass für Dinge, die keinen Sinn machen, unterstütze ich jedoch nicht», sagt der Anwohner.

Die Polizei habe er ebenfalls in der Nacht gesehen. Diese sei «in voller Montur» beim St.-Johann-Schulhaus gestanden. «Nur zwei Demonstranten von 400 wurden festgenommen. Das ist lachhaft», so der Augenzeuge.

Basler Polizei war im Einsatz

Gemäss Polizeisprecher Andreas Knuchel sah die Polizei keine Möglichkeit, die Demonstration mit 400 Teilnehmern aufzulösen. «Zu Beginn der Kundgebung gab es dazu auch keinen Anlass. Erst im Verlauf des Umzugs wurde die Stimmung zunehmend aggressiver», sagt Knuchel. Die Anzahl der Einsatzkräfte, welche die Demonstration begleitete, konnte der Polizeisprecher aus polizeitaktischen Gründen nicht nennen. «Wir haben eingegriffen – mit den Mitteln, die wir hatten und wo dies im Rahmen der Verhältnismässigkeit nötig wurde», erklärt Knuchel.

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