10.06.2020 06:21

«Hilft mir bitte mal jemand?»

Demonstrant platzt in SRF-Düggelis Liveschaltung

SRF-Korrespondent Peter Düggeli wurde mitten in einer Liveschaltung in Washington von einem Protestler mit Megaphon überrascht. Es ist nicht das erste Mal, dass das SRF während der Berichterstattung in den USA unterbrochen wird.

von
Katja Fässler

Darum gehts

  • SRF-Korrespondent Peter Düggeli wurde live von einem Demonstranten übertönt.
  • Die Übertragung musste abgebrochen werden.
  • Erst vor Kurzem wurde ein SRF-Team in Minneapolis mit Gummischrot beschossen.

Unerwartete, unerfreuliche Dinge können bei Liveschaltungen passieren. Diese Erfahrung musste auch SRF-Korrespondent Peter Düggeli in Washington machen. Während der Sendung «Club» zum Thema Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA wurde er zugeschaltet, um die Lage vor Ort einzuschätzen. Doch mitten im Satz wurde er von einem herannahenden Mann mit Megafon unterbrochen. Der Störenfried war mit einer Gruppe Demonstranten mitgelaufen.

Er drängte sich vor die Kamera und rief direkt hinein. «Entschuldigung, dies ist eine Live-Sendung», versuchte der irritierte, aber gefasste SRF-Korrespondent dem Störenfried beizubringen. Er verwies zudem auf die Pressefreiheit. Der Demonstrant hörte jedoch nicht auf ihn und sprach einfach weiter, sodass Düggeli sich an die Kameraden des Mannes wendete: «Können Sie mir helfen? » Weil alles nichts half, musste die Liveschaltung schliesslich unterbrochen werden. Düggeli konnte seine Einschätzungen zu einem späteren Zeitpunkt in der Sendung dann aber doch noch abgeben.

«Eine unangenehme Situation»

«Es war eine sehr unangenehme Situation, unmittelbar bedroht habe ich mich aber nicht gefühlt», sagt Düggeli auf Anfrage von «Blick». Der Afroamerikaner, der Düggeli unterbrochen hat, habe ein mentales Problem, wie einer seiner Begleiter später zum SRF-Team gesagt habe.

Unangenehmer wurde es Anfang Juni für ein SRF-Team, das aus Minneapolis über die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt berichten wollte. Die Reporter gerieten zwischen die Fronten der Polizei. Obwohl sie sich als Journalisten zu erkennnen gaben, hatte eine Gummischrotkugel sie nur knapp verfehlt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.