Unruhen in Thailand: Demonstrant stirbt nach Explosion in Bangkok
Aktualisiert

Unruhen in ThailandDemonstrant stirbt nach Explosion in Bangkok

Trotz der Gewalt vom Vortag gingen am Samstag wieder Tausende Thailänder auf die Strasse. Die Bombenexplosion vom Freitag in Bangkok forderte ein erstes Todesopfer.

Tausende Thailänder haben am Samstag der Gewalt vom Vortag getrotzt und sind erneut aus Protest gegen die Regierung auf die Strasse gegangen.

Sie liefen durch das Zentrum der Hauptstadt Bangkok, hielten Fahnen in den Händen und verliehen ihrem Protest mit Trillerpfeifen Ausdruck.

«Wir müssen unseren Kampf fortsetzen», sagte Protestführer Suthep Thaugsuban vor Journalisten, bevor er sich dem Zug anschloss, «denn was wir tun, tun wir für unser Land».

Ein Toter nach Explosion

Nach einer Bombenexplosion inmitten einer Demonstration der Opposition in Thailands Hauptstadt Bangkok ist einer der Verwundeten seinen Verletzungen erlegen. Der 46-Jährige sei an den Folge eines starken Blutverlusts gestorben, teilten die behandelnden Ärzte am Samstag mit. Wichtige Organe des Patient seien von Splittern getroffen worden. Der Demonstrant ist das neunte Todesopfer seit Beginn der Proteste.

Bei der Explosion, die sich in der Nähe von Oppositionsführer Suthep Thaugsuban ereignete, waren am Freitag nach Angaben der Behörden 37 weitere Menschen verletzt worden. Elf von ihnen mussten am Samstag weiterhin im Spital behandelt werden.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und die Opposition machten sich gegenseitig für die Tat verantwortlich. Der Sprengsatz soll aus einem Gebäude geworfen worden sein.

Thailand wird seit Wochen von einem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition beherrscht. Die Gegner Yinglucks Shinawatra erhöhten mit mehreren Protestmärschen stetig den Druck auf die Regierung. Seit Montag gibt es täglich grosse Kundgebungen, die von den Regierungsgegnern als Blockade Bangkoks angekündigt wurden, was ihnen nur teilweise gelang.

Amnestiegesetz als Auslöser

Während der Proteste gab es immer wieder Schiessereien und Explosionen, bei denen hunderte Menschen verletzt wurden. Die Opposition fordert Yinglucks Rücktritt und will die für Anfang Februar geplanten vorgezogenen Neuwahlen verhindern. Yingluck setzte die Abstimmung im Dezember unter dem Druck der Massenproteste und mehrerer für sie heikler juristischer Verfahren an und will bis dahin im Amt bleiben.

Die Proteste hatten sich Ende Oktober an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks im Jahr 2006 entmachteten Bruder Thaksin Shinawatra wohl eine Rückkehr aus seinem Exil erlaubt hätte. Thaksin war nach seinem Sturz wegen Korruption verurteilt worden. Die Opposition wirft ihm vor, im Hintergrund weiter die Strippen zu ziehen.

Die Proteste hatten sich Ende Oktober an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks im Jahr 2006 entmachteten Bruder Thaksin Shinawatra wohl eine Rückkehr aus seinem Exil erlaubt hätte. Thaksin war nach seinem Sturz wegen Korruption verurteilt worden. Die Opposition wirft ihm vor, im Hintergrund weiter die Strippen zu ziehen.

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