Schweizer Botschafter vermittelt: Demonstranten räumen Rathaus in Kiew
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Schweizer Botschafter vermitteltDemonstranten räumen Rathaus in Kiew

Präsident Janukowitsch hatte den Regierungsgegnern bis morgen Zeit gegeben, das besetzte Rathaus zu räumen. Die Übergabe verlief friedlich. Der Schweizer Botschafter vermittelte.

Die Opposition hat am Sonntagmorgen die Kontrolle über das Rathaus in Kiew an die Stadtbehörden übergeben. Der Schweizer Botschafter in Kiew vermittelte bei der Rückgabe des Gebäudes an die Behörden.

Die Räumung des seit Dezember besetzten Gebäudes verlief friedlich, wie der Schweizer Botschafter in der ukrainischen Hauptstadt mitteilte.

«Ich schliesse einen Bürgerkrieg nicht aus»

«Die Übergabe ist abgeschlossen», sagte Botschafter Christian Schoenenberger zur Nachrichtenagentur sda am späten Vormittag. «Sie verlief friedlich und ohne Probleme.» Vor dem Rathaus stünden nun eine Flagge der Ukraine und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Eskalation in Kiew – zwei Tote

Evakuation in zwei Phasen

Botschafter Christian Schoenenberger erläuterte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur sda, die Evakuation finde in zwei Phasen statt: Zunächst übernehme eine internationale Beobachtergruppe unter Schweizer Leitung das Rathaus symbolisch. Danach übergebe sie es im Verlauf des Morgens an die Kiewer Stadtbehörden.

Eskalation in Kiew – zwei Tote

«Die Schweiz war von den beiden Konfliktparteien gebeten worden, am Übergabeprozess teilzunehmen», sagte Schoenenberger. Die Schweiz hat in diesem Jahr den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) inne. In diesem Rahmen hat sie bereits wiederholt ihre Unterstützung zur Lösung der politischen Krise in der Ukraine angeboten.

Grossdemonstration geplant

Das Rathaus war am 1. Dezember von Demonstranten gestürmt worden, nachdem Sicherheitskräfte eine Studentendemonstration gewaltsam aufgelöst hatten. Es galt seitdem als «Hauptquartier der Revolution» in der Ukraine.

Janukowitsch setzte der Opposition eine Frist bis Montag zur Räumung besetzter öffentlicher Gebäude und Plätze. Die Räumung der Gebäude ist die Bedingung, damit eine vor zwei Wochen beschlossene Amnestie für die während der Proteste festgenommenen Demonstranten in Kraft treten kann.

Für Sonntagmittag sind erneut Proteste in Kiew geplant. Die Opposition fordert weiter den Rücktritt Janukowitschs, die Änderung der Verfassung und die Abhaltung von Neuwahlen.

Für Sonntagmittag sind erneut Proteste in Kiew geplant. Die Opposition fordert weiter den Rücktritt Janukowitschs, die Änderung der Verfassung und die Abhaltung von Neuwahlen.

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