09.12.2019 11:14

Malta Demonstranten stürmen Sitz von Regierungschef

Aktivisten haben sich Zugang zum Amtssitz des maltesischen Ministerpräsidenten verschafft. Der Mord an einer Journalistin hat Malta in eine Regierungskrise gestürzt.

von
fss
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Immer mehr Personen aus dem Umfeld von Ministerpräsident Joseph Muscat geraten unter Verdacht, am Mord an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia beteiligt zu sein.

Immer mehr Personen aus dem Umfeld von Ministerpräsident Joseph Muscat geraten unter Verdacht, am Mord an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia beteiligt zu sein.

Keystone
Seit Wochen demonstrieren die Einwohner von Malta vor dem Regierungssitz.

Seit Wochen demonstrieren die Einwohner von Malta vor dem Regierungssitz.

Darrin Zammit Lupi
Sie fordern den Ministerpräsidenten Joseph Muscat zum Rücktritt auf.

Sie fordern den Ministerpräsidenten Joseph Muscat zum Rücktritt auf.

Darrin Zammit Lupi

In Malta haben Demonstranten den Amtssitz von Ministerpräsident Joseph Muscat gestürmt und den Regierungschef im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Etwa 40 Aktivisten mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen und Megafonen überrumpelten die Sicherheitskräfte am Montagvormittag, drangen über einen Seiteneingang in das Gebäude in der Hauptstadt Valletta ein und blockierten den Zugang.

Investigativ-Journalistin durch Autobombe getötet

Muscat ist zwar nicht direkt in den Fall verwickelt, der Kreise bis in die Regierung gezogen hat, er hat aber Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt nach der Wahl eines Nachfolgers seiner Labour-Partei für Mitte Januar angekündigt.

Die Investigativ-Journalistin Galizia war durch eine Autobombe im Oktober 2017 getötet worden. Sie hatte an einem Bericht über Korruption gearbeitet und die Existenz einer verborgenen Offshore-Firma aufgedeckt. Unter anderem Muscats Ex-Stabschef Keith Schembri soll in den Fall verwickelt oder zumindest ein Mitwisser gewesen sein. Er ist deswegen zurückgetreten, weist aber alle Vorwürfe zurück. (fss/sda)

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