03.06.2020 11:47

Proteste in Minnesota

Demonstranten werden mit Contact-Tracing verfolgt

Um mehr über die Organisation und die Hintergründe der Demonstranten zu erfahren, setzt Minnesota auf Contact-Tracing. Ein Grossteil des Chaos soll demnach von Auswärtigen angerichtet werden. Eine Analyse von CNN widerspricht.

von
Nathan Keusch
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Demonstranten in Minnesota werden mit  Contact-Tracing verfolgt, um herauszufinden, wie sie untereinander vernetzt sind.

Demonstranten in Minnesota werden mit Contact-Tracing verfolgt, um herauszufinden, wie sie untereinander vernetzt sind.

Foto: keystone-sda.ch
Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten ist es überall in den USA zu Anti-Rassismus-Demos gekommen.

Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten ist es überall in den USA zu Anti-Rassismus-Demos gekommen.

KEYSTONE
Die Menschen fordern, wie hier in Boston, Gerechtigkeit für Floyd.

Die Menschen fordern, wie hier in Boston, Gerechtigkeit für Floyd.

KEYSTONE

Darum gehts

  • In Minneapolis wird bei verhafteten Demonstranten Contact-Tracing angewandt.
  • Die Behörden wollen herausfinden, wie die Protestler organisiert und vernetzt sind.
  • Nach Angaben des Gouverneurs stammen 80 Prozent der Chaoten von auswärts.
  • Eine CNN-Analyse widerspricht dieser Darstellung.

Nachdem der unbewaffnete George Floyd von Polizisten getötet wurde, kam es in vielen Städten in den USA zu massiven Ausschreitungen, die bis jetzt andauern. Um die Proteste in den Griff zu bekommen, greifen die US-Behörden teils zu drastischen Mitteln. Wie die amerikanische News-Plattform BGR berichtet, sollen die Demonstranten im Bundesstaat Minnesota per Contact-Tracing überwacht werden.

Der Sicherheitskommissar von Minnesota, John Harrington, erklärte an einer Pressekonferenz, man habe damit begonnen, die Daten der verhafteten Demonstranten auszuwerten und ein Informations-Netzwerk zu schaffen. Ziel sei es herauszufinden, wer die gewalttätigen Demo-Teilnehmer sind, welchen Gruppierungen sie angehören und wie sie untereinander vernetzt sind. Wie diese Daten genau ausgewertet werden, erläutert Harrington nicht. Man gehe dabei aber ähnlich vor wie bei der Rückverfolgung von Corona-Fällen und setze auf Contact-Tracing.

Woher kommen die Demonstranten?

Tim Walz, Gouverneur des Bundesstaats, sagte am Samstag vor Reportern, circa 80 Prozent der zerstörerischen Chaoten würden nicht aus Minnesota stammen. Dieser Ansicht ist auch der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey. Über die Demonstranten sagte er: «Sie kommen grösstenteils von ausserhalb der Stadt und der Region, um alles zu plündern, was wir in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben.»

Eine Analyse von CNN zeigt ein anderes Bild. Demnach sind 80 Prozent der Leute, die im Zusammenhang mit den Protesten zwischen Donnerstag und Samstag ins Gefängnis gebracht wurden, aus Minnesota. CNN stützt sich auf Daten des Sheriff’s Office in Hennepin County, in welchem auch Minneapolis liegt. Da es sich bei den Daten um die Anzahl Eintritte ins Gefängnis handelt, sind dabei jedoch nicht zwangsläufig alle verhafteten Demo-Teilnehmer mit inbegriffen.

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27 Kommentare
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Fix

04.06.2020, 05:42

Da sieht man, wozu die digitale Überwachung eingesetzt werden kann. Eben nicht nur für Werbung.

redrose

03.06.2020, 15:25

Also ich könnte echtes Geld und Falschgeld nicht unterscheiden. G. Loyd vielleicht auch nicht. Es gibt niemandem das Recht deswegen eine Person zu töten. Anscheinend sind viele weisse US-Polizisten Rassisten und solche gehören weg.

Mimi kann atmen

03.06.2020, 15:09

@Mimi: sie sind bemitleidenswert wie ihre 30 like Anhänger! Also ob sie merken würden wenn Sie Falschgeld im Portemonnaie hätte. Und wenn schon für sie 20 dollar für ein Todesurteil reichen, ist bemitleidenswert nicht das Wort das zu ihnen passt