Aktualisiert 13.06.2017 11:17

Kampf gegen MaduroDemonstranten zünden Gericht in Caracas an

Gegner des venezolanischen Präsidenten steckten den obersten Gerichtshof mit Molotowcocktails in Brand. Es gab drei Verletzte.

von
chk

In Flammen: Bei Protesten gegen den venezolanischen Präsidenten setzen Demonstranten den Obersten Gerichtshof in Brand. (Video: Tamedia/AFP)

Demonstranten haben mit Molotowcocktails ein Gebäude des obersten Gerichtshofs in Venezuela angezündet. Über dem Gebäude in Caracas, in dem sich der Sitz des Direktoriums befindet, waren nach Medienberichten am Montag Flammen und dichter Rauch zu sehen.

Nach einem Bericht des Portals «El Nacional» gab es drei Verletzte. Zuvor hatte das Gericht eine Beschwerde von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Diaz gegen die Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung für unzulässig erklärt.

Angst vor Diktatur

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro will damit die tiefe Krise im Land mit den grössten Ölreserven der Welt befrieden. Durch die geplante Zusammensetzung fürchtet die Opposition die endgültige Umwandlung in eine Diktatur.

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Angriff auf das Oberste Gericht Venezuelas: Präsident Maduro hat laut eigenen Angaben die gesamten Streitkräfte mobilisiert. (27. Juni 2017)

Angriff auf das Oberste Gericht Venezuelas: Präsident Maduro hat laut eigenen Angaben die gesamten Streitkräfte mobilisiert. (27. Juni 2017)

Keystone/Miguel Gutierrez
Die Bewohner von Caracas beobachten den Polizeieinsatz beim Gericht. (27. Juni 2017)

Die Bewohner von Caracas beobachten den Polizeieinsatz beim Gericht. (27. Juni 2017)

Keystone/Miguel Gutierrez
Befürchtet einen Putsch: Der venezolanische Präsidenten Nicolás Maduro. (Archivbild)

Befürchtet einen Putsch: Der venezolanische Präsidenten Nicolás Maduro. (Archivbild)

Keystone/Ariana Cubillos

Ortega Diaz ist die prominenteste Kritikerin in den eigenen Reihen – sie hatte schon die zeitweise Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments durch den Gerichtshof scharf kritisiert. Sie fordert den Austausch der obersten Richter, die kurz nach dem Triumph der Opposition in einer der letzten Sitzungen der bis dahin von den Sozialisten dominierten Nationalversammlung Ende 2015 bestimmt worden waren.

An der parteiischen Rolle des Gerichtshofs und der Annullierung von Entscheidungen des Parlaments hatten sich Anfang April die erbitterten Proteste entzündet. Bei Ausschreitungen und Plünderungen starben bisher fast 70 Menschen. Die Opposition fordert Neuwahlen. Ortega Diaz nannte den obersten Gerichtshof in seiner jetzigen Zusammensetzung ein «Hindernis für den Frieden im Land». (chk/sda)

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