Aktualisiert 01.01.2010 22:18

«Demokratie jetzt»Demonstration für volle Demokratie in Hongkong

In Hongkong haben am Neujahrstag Tausende Menschen die Einführung einer vollen Demokratie in der ehemaligen britischen Kronkolonie gefordert. Den Organisatoren zufolge nahmen 30 000 Menschen an dem Marsch vom historischen Parlament zur offiziellen Vertretung Chinas teil.

Die Polizei bezifferte die Zahl der Demonstranten hingegen auf 9000. Die Polizei schützte die chinesische Vertretung mit Stahlbarrikaden. Zu kleineren Zusammenstössen kam es, als eine kleine Gruppe von Demonstranten versuchte, das Gelände zu stürmen. «Demokratie jetzt», hiess es auf Plakaten, die die Demonstranten hoch hielten.

Viele brachten Porträts des chinesischen Dissidenten Lu Xiabo mit und forderten die Freilassung des prominenten Aktivisten und Schriftstellers. Lu ist in der vergangenen Woche wegen subversiver Bestrebungen zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Kritik an Wahlreform

Anlass für den Protest war die Veröffentlichung einer Wahlreform für die Abstimmung im Jahr 2012, die den Demonstranten nicht weit genug geht. Eine Gruppe von fünf Abgeordneten hat angekündigt, aus Protest gegen die Vorschläge zurückzutreten.

Hongkongs Verfassung verspricht eine volle Demokratie als «ultimatives Ziel». Den sieben Millionen Einwohnern ist bislang jedoch jedes Mitspracherecht bei der Wahl des politischen Chefs der Sonderverwaltungsregion verwehrt. Grossbritannien hat die Stadt 1997 an China zurückgegeben. (sda)

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