Lörrach (D) – Schweizer Putin-Fans fuhren an Russen-Autokorso mit

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Lörrach (D)Schweizer Putin-Fans fuhren an Russen-Autokorso mit

Am Sonntagnachmittag rollte ein Autokorso von Russland-Sympathisanten durch Lörrach (D) nahe der Schweizer Grenze. Das Treffen löste zwei Gegendemonstrationen aus.

von
Oliver Braams

Am Sonntag fuhr ein pro-russischer Autokorso durch Lörrach. Parallel fanden mehrere Gegendemonstrationen statt.

20 Minuten

Ein pro-russischer Autokorso mit rund 120 Fahrzeugen rollte am Sonntagmittag durch die süddeutsche Stadt Lörrach, nahe der Schweizer Grenze. Dem Treffen von Russland-Sympathisanten in der Grenzstadt bei Basel stellten sich zwei Gegendemonstrationen gegenüber.

Angekündigt war, dass die Teilnehmenden des Autokorsos gegen «Diskriminierung der russischsprachigen Mitbürger in Deutschland, gegen Krieg, gegen Faschismus und Nazismus» demonstrieren wollten. Das Treffen sorgte im Vorfeld für Empörung in der Bevölkerung. Vor einigen Tagen hatte ein pro-russischer Autokorso in Berlin für empörte Stimmen aus der Politik gesorgt. 

Laut der süddeutschen Polizei, die den Korso in Lörrach begleitete, nahmen am Sonntag rund 120 Fahrzeuge teil. Die Teilnehmenden hielten russische Flaggen aus den Autos und fuhren mit Warnblinker. Vereinzelt hätten sie verbotenerweise gehupt, so die Polizei. Auch 20 Minuten war vor Ort. Unter den Fahrzeugen waren auch ein paar Autos mit Schweizer Kennzeichen zu erkennen. Gemäss der Polizei waren es gegen 20 Schweizer Fahrzeuge aus den angrenzenden Kantonen Basel, Baselland und Aargau, aber auch Solothurner, Zürcher und Berner Putins-Fans waren zugegen, wie das Polizeipräsidium Freiburg gegenüber Nau bestätigte.

Emotionale Gegendemonstration

Am Strassenrand wurde der Korso von einer Gegendemonstration empfangen. An der Soli-Aktion haben etwa 130 Personen teilgenommen. Die Demonstrierenden hielten der Autokolonne Bilder aus dem Kriegsgebiet sowie ukrainische Flaggen entgegen.

Zur Gegendemo aufgerufen hatte die deutsch-ukrainische Gesellschaft aus Freiburg im Breisgau (D). Sie wollten schweigend gegen die Autokolonne von Russlandsympathisanten protestieren. Still war die Gegendemonstration jedoch nicht: Es kam zu Beschimpfungen von beiden Seiten. 

Stefania Jakupovic von der deutsch-ukrainischen Gesellschaft sagt gegenüber 20 Minuten: «Wir können nicht ganz glauben, dass sich diese Menschen gegen Diskriminierung einsetzen wollen, denn wir haben in Telegrammgruppen und auf Flyern gesehen, dass sie sich primär gegen Waffenlieferungen aus Deutschland an die Ukraine und gute Beziehungen zu Russland aussprechen wollen.»

Eine zweite Gegenkundgebung fand auf dem Alten Markt in der Lörracher Innenstadt statt. Dort hatten die Grünen, die SPD und die Juso eine Mahnwache abgehalten. Die Polizei zählte hier etwa 350 Personen, wie sie in einer Medienmitteilung kommunizierte. 

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