Böögg-Bauer: «Den 50. will ich noch selber fertigen»
Aktualisiert

Böögg-Bauer«Den 50. will ich noch selber fertigen»

Fürs Sechseläuten baut Heinz Wahrenberger aus Stäfa seinen 47. Böögg. Um ein Haar hätte diesmal sein Stift einspringen müssen.

von
Deborah Sutter
Stift Lukas Meier und Heinz Wahrenberger mit dem Böögg.

Stift Lukas Meier und Heinz Wahrenberger mit dem Böögg.

Derzeit hat Heinz Wahrenberger aus Stäfa wieder alle Hände voll zu tun: Zum 47. Mal baut er den Böögg fürs Sechseläuten. Ans Aufhören denkt er nicht – obwohl ihm die Hüfte diesmal fast einen Strich durch die Rechnung machte: «Ich konnte den Umzug letztes Jahr nur mit Medikamenten mitmachen, meine Hüfte hat so geschmerzt», sagt der 72-Jährige. Inzwischen sei er im «Ersatzteillager» gewesen. «Die Hüftprothese ist tipptopp, jetzt kann ich erst recht weitermachen.»

Im Notfall könnte er ohnehin auf den 40-jährigen Lukas Meier zurückgreifen. Ihm bringt er seit vier Jahren das Handwerk bei. «Damit die Tradition weiterlebt, falls es mich aus den Socken lupft», so Wahrenberger. Doch so bald wird Meier die Nachfolge nicht antreten können: «Den 50. Böögg will ich noch selber fertigen, weil mir die Widder-Zunft dann die Ehrenmitgliedschaft versprochen hat», sagt Wahrenberger. Einen genauen Termin für die Amtsübergabe habe er mit Meier noch nicht vereinbart. «Aber parat wäre er – es dünkt mich nämlich, der Böögg­ werde jedes Jahr schwerer.» Etwa 80 Kilogramm bringt der Schneemann bei einer Grösse von 3,4 Metern auf die Waage. 100 Knallkörper sind in seinem Körper verteilt: «Der grösste davon steckt im Hals», verrät Wahrenberger.

Dass sein in 50 Stunden gebauter Böögg am kommenden Montag innert weniger Minuten in die Luft geht, stört ihn nicht gross: «Ich weiss ja genau, wofür ich ihn jeweils baue.»

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