Intelligent: Den Affen zum Hirten gemacht
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IntelligentDen Affen zum Hirten gemacht

Ohne die Hilfe eines Menschen hält ein kleines Primatenweibchen tagtäglich eine Herde mit 75 Ziegen in Schach und ersetzt so eine ganze menschliche Arbeitskraft.

von
dga

Sie schuftet jeden Tag, nimmt ihr Baby stets mit zur Arbeit und kennt kein Wochenende: Die Rede ist von Mani, einem Primatenweibchen, das sich auf einer Farm südwestlich im indischen Kerala voll und ganz der Aufgabe des «Geissenpeter» verschrieben hat.

75 Ziegen

Tagtäglich treibt der Affe eine Herde mit 75 Ziegen zum Weiden in die umliegende Baumschule voran. Pünktlich vor Sonnenuntergang bewegt sie den Haufen zurück ins Gehege. Ohne menschlichen Beistand. Nur der eigene Sprössling ist immer mit von der Partie. Auf dem Ziegenrücken sitzend hält Mani die Herde in Schach, wie es wohl kein Schäferhund besser könnte. Störrischen Geissböcken macht sie mit Ohrkneifern Beine.

Verletzt aufgefunden

Das emsige Äffchen stiess vor drei Jahren zur Palagapandy-Farm. Bauern haben Mani verletzt in der Nähe des Anwesens gefunden. Mit dem Vorhaben, das Tier aufzupäppeln und wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Doch Mani wollte um keinen Preis vom Bauernhof weichen: Sie hat sich längst mit den dort ansässigen Nutztieren angefreundet und sich nebenbei zum knallharten Oberhaupt der Ziegen gemausert. Seither ist Mani auf dem Landgut zur unverzichtbaren Arbeitskraft geworden, und ersetzt heute einen menschlichen Hirten.

Der Primate nimmt seine Aufgabe tierisch ernst: Weil er die Geissböcke hütet wie seinen eigenen Augapfel, ist ihm noch nie einer abhanden gekommen. Sollte sich der grasenden Herde ein Raubtier nähern, schlägt Mani lauthals Alarm. Die Farmarbeiter eilen im Notfall zur Stelle. Augenscheinlich ist dieser Hirtenaffe der lebende Beweis dafür, wie intelligent Primaten eigentlich sind.

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