Dominique Aegerter: «Den Druck setze ich mir selbst auf»
Aktualisiert

Dominique Aegerter«Den Druck setze ich mir selbst auf»

Dominique Aegerter macht in Le Mans weiter, wo er vor zwei Wochen in Jerez aufhörte: Der 23-jährige Moto2-Pilot arbeitet an einem Spitzenplatz.

von
Alexandra Stäuble
Le Mans

Wenn Dominique Aegerter über den Asphalt heizt, weckt er beim Zuschauer das Gefühl, es falle ihm schwer, sein Motorrad zu bändigen. Sein Fahrstil, oder wie Aegerter sagt «Spirit», wirkt unruhig, er ist ständig am Kämpfen, sucht das Limit und steht dabei - wie er selbst betont - immer spät auf die Bremsen. Zurück im Fahrerlager ist davon nichts mehr zu sehen. Nüchtern analysiert der 23-jährige Schweizer den ersten Trainingstag beim GP von Frankreich in Le Mans. Er ist ruhig, fokussiert, bescheiden. Etwas kann Aegerter aber nicht verbergen: sein grosses Selbstvertrauen.

Nach seinem zweiten Platz in Jerez, dem zweiten Podest der Saison, tastet sich der Oberaargauer auch in Le Mans an ein gutes Ergebnis heran. Mit den Rängen vier und sechs in den freien Trainings - im zweiten Training lag er kurz vor Ablauf der Zeit gar in Führung - ist Aegerter zufrieden. «Ich konnte konstant gute Zeiten fahren, mit der Spitze mithalten. Das Ziel für das Rennen sind die Top fünf», sagt der Vierte im WM-Ranking nüchtern. Auf das Podest angesprochen blockt er ab. «Das gehört in die Top fünf mit rein.» Als Startplatz hat er sich die ersten beiden Reihen zum Ziel gesetzt.

«Es muss so viel zusammenpassen»

Dann wird die Frage nach dem Wann gestellt, welche Aegerter sichtlich nervt. Wann klappt es mit dem ersten Sieg? Er macht kein Geheimnis daraus, dass er enttäuscht wäre, würde es 2014 nicht klappen. «Das ist schon ein Saisonziel von mir.» Wo und wann es passieren könnte, darüber mag er sich nicht den Kopf zerbrechen. Schliesslich kennt er die Unberechenbarkeit der Moto2, wo Details, oft Tausendstel den Unterschied machen. «Es muss so viel zusammenpassen. Tagesform, Strecke, Wetter, Reifen, Abstimmung und so weiter.»

Mit jedem Spitzenplatz steigen die Erwartungen. Druck von aussen lässt sich Aegerter keinen aufsetzen. «Den setze ich mir schon selbst genug auf», sagt der Fahrer des Technomag-carXpert-Teams. Vom gesteigerten Interesse der Medien fühlt er sich geehrt. Es sei wunderbar - gerade für seine Sponsoren -, dass vermehrt über ihn berichtet werde.

Diese Schlagzeile würde Aegerter gerne lesen

Was Aegerter in den Medien nicht lesen mag sind die ständigen Vergleiche zwischen ihm und Tom Lüthi. «Ich finde das nicht gut. Die Schweiz, ein so kleines Land und ohne Rennstrecke, sollte es toll finden, vier Schweizer in der Moto2 zu haben.» Über eine ganz bestimmte Schlagzeile mit den Namen Aegerter und Lüthi würde sich der 23-Jährige aber freuen: «Lüthi und Aegerter zusammen auf dem Podium», schlägt er mit einem Lächeln vor.

Diesen Wunsch würden ihm die Medien nur zu gerne erfüllen - am liebsten schon am Sonntag in Le Mans. Warum nicht? Genau wie Aegerter hat auch Lüthi in den freien Trainings einen guten Eindruck hinterlassen. Am Morgen fuhr der 27-jährige Berner Rang drei heraus und auch im zweiten Warmlaufen gehörte er zu den Besten, ehe ein Abstecher ins Kiesbeet den Gang in die Box verlangte. Danach kam Lüthi, der 2012 in Le Mans seinen letzten Sieg feierte, nicht mehr richtig auf Touren und beendete den ersten Tag auf dem 14. Platz.

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