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Obdachlose TiereDen Einsiedlerkrebsen gehen die Muscheln aus

In Thailand vermehren sich Einsiedlerkrebse rasant. Doch es gibt nicht genügend Muscheln, in denen die Tiere wohnen können. Nun haben die Betreiber eines Nationalparks zum Spenden aufgerufen.

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Dieser Einsiedlerkrebs darf sich glücklich schätzen: Er hat noch eine Muschel gefunden, in die er zügeln konnte. 

Dieser Einsiedlerkrebs darf sich glücklich schätzen: Er hat noch eine Muschel gefunden, in die er zügeln konnte.

LightRocket via Getty Images
Diesem Einsiedlerkrebs ist das nicht gelungen, er musste in eine Behelfsbehausung einziehen. Doch das ist gefährlich, weil sie darin stecken bleiben können und dann keine Nahrung mehr sammeln können.

Diesem Einsiedlerkrebs ist das nicht gelungen, er musste in eine Behelfsbehausung einziehen. Doch das ist gefährlich, weil sie darin stecken bleiben können und dann keine Nahrung mehr sammeln können.

Getty Images/iStockphoto
Wie dem traurigen Tropf auf dem zweiten Bild geht es derzeit vielen Einsiedlerkrebsen im thailändischen Mu Ko Lanta Marine National Park.

Wie dem traurigen Tropf auf dem zweiten Bild geht es derzeit vielen Einsiedlerkrebsen im thailändischen Mu Ko Lanta Marine National Park.

Marcin Konsek

Darum gehts

  • Ein ungewöhnlicher Spendenaufruf ist aus Thailand zu vernehmen.

  • Dort rufen Mitarbeiter eines Nationalparks zu Muschelspenden auf.

  • Dies, weil den Einsiedlerkrebsen die Häuschen ausgehen.

Die Zahl der Einsiedlerkrebse im Moo Ko Lanta Marine National Park in Thailand wächst rasant. Die Folge: Viele Tiere sind mittlerweile obdachlos.

Denn Einsiedlerkrebse leben in Muscheln, Schneckenhäusern oder anderen hohlen Gegenständen, um ihren weichen Hinterleib zu schützen. Wenn sie wachsen und ihre Wohnung zu klein geworden ist, müssen sie sich nach einer grösseren Behausung umsehen. Nur: In dem Nationalpark am südlichen Ende der Provinz Krabi werden angesichts der riesigen Zahl der Tiere die Muscheln knapp. Deshalb hat der Park nun in sozialen Netzwerken zu Spenden aufgerufen.

Es braucht viel mehr Muscheln

Bis Donnerstag seien von der Bevölkerung bereits 200 Kilogramm Muscheln zugesichert worden, berichtete die Zeitung «Bangkok Post». Mit den Spenden soll verhindert werden, dass die Krebse weiter aus lauter Not Plastikmüll oder Becher als Wohnhaus nutzen, um sich zu schützen. Dies sei gefährlich, weil sie oft darin feststeckten und dann keine Nahrung mehr sammeln könnten.

Ein Parksprecher dementierte, dass der Mangel an Muscheln verursacht werde, weil Touristen zu viele davon mit nach Hause nähmen. «Einige Urlauber sammeln Muscheln, aber das ist nicht der Hauptgrund für das Problem.» Es gebe schlicht mehr Krebse als Muscheln. Der Sprecher rief dazu auf, weiter zu spenden. «Alle Muscheln, die uns zur Verfügung gestellt werden, werden an den Stränden verteilt, damit sich die Einsiedlerkrebse ihre neuen Häuser wählen können.»

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36 Kommentare
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Tierleid wegen Menschen

07.11.2020, 19:24

Thailand ist nicht gerade ein Paradies für Tiere, weder für Nutztiere noch Wildtiere. Die Menschen gehen grob um und Tiere sind zum "Verbrauchen" da... Das ist in der hiesigen Massentierhaltung nicht besser.

lisa

07.11.2020, 12:28

Vor 30 Jahren war ich in Koh Lanta. Alle Strände voller Muscheln, sehr wenig Tourismus. Jetzt, viele Turisten, keine Muscheln mehr an den Stränden.....????!!!!

Lalala

07.11.2020, 10:31

Schnecken sind toll auch Muscheln sind lecker und Orchideen sind schön anzusehen!