Lustzentrum entdeckt: Den G-Punkt gibt es - oder nicht?
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Lustzentrum entdecktDen G-Punkt gibt es - oder nicht?

Millionen von Männern suchten ihn vergeblich - jetzt will ihn ein US-Forscher gefunden haben: Beim Sezieren einer Leiche stiess er auf das sagenumwobene Lustzentrum - davon ist zumindest er überzeugt.

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G-Punkt gefunden oder nicht? Darüber lässt es sich insbesondere in medizinischen Kreisen lustvoll Streiten. (Bild: Colourbox)

G-Punkt gefunden oder nicht? Darüber lässt es sich insbesondere in medizinischen Kreisen lustvoll Streiten. (Bild: Colourbox)

Eine der winzigsten und zugleich meistdiskutierten Körperzonen der Frau wurde entdeckt. Das zumindest besagt ein jetzt erschienener medizinischer Fachartikel. Verfasst wurde er von Adam Ostrzenski vom Gynäkologischen Institut in St. Petersburg, Florida.

Ostrzenski beschreibt das winzige Organ als «traubenartiges Gebilde». Auf den angeblichen G-Punkt ist der Mediziner während eines wenig lustvollen Aktes gestossen - der Obduktion einer 83-jährigen Frau. Leicht zu finden war er nicht: Um an die vermeintliche erogene Zone zu gelangen, musste sich der Gynäkologe erst einmal durch eine dichte Gewebsschicht arbeiten. Ganze sieben Stunden dauerte es, bis die rund acht Millimeter grosse Gräfenberg-Zone (so die offizielle Bezeichnung) in voller Pracht auf dem Seziertisch lag. «Das Organ lässt sich langziehen - ähnlich einem Akkordeon», beschrieb Ostrzenski seinen Fund.

Ein wichtiger Bestandteil einer solchen Untersuchung ist zweifelsohne die mikroskopische Begutachtung des Gewebes. Doch dazu kam es während der Forschungsarbeiten des kalifornischen Wissenschaftlers nicht: Zwar durfte er die Organe der Frauenleiche obduzieren - eine Erlaubnis, das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop zu analysieren, wurde ihm aber verwehrt. Leider, denn genau das hätte die Tatsache, dass es sich beim traubenförmigen Organ zweifelsohne um den G-Punkt handelt, untermauern können.

Revolutionärer Fund oder Anatomie für Anfänger?

Skeptiker wie der Urologe Amichai Kilchevsky vom der Yale New Have Spital im US-Bundesstaat Connecticut, glauben ohnehin nicht, dass es sich bei Adam Ostrzenskis Fund um das sagenumwobene Lustzentrum handelt. «Diese Erkenntnisse lassen die ewige Diskussion um den G-Punkt wieder hochkochen. Alles in allem liefern sie aber keine neuen Hinweise auf eine tatsächliche Existenz dieser Zone», findet der Mediziner.

Für eine im Januar veröffentlichte Studie nahm Kilchevsky zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten der letzten 60 Jahre zu diesem Thema unter die Lupe. Dabei kam er - wie «myhealthnewsdaily.com» berichtet - zu einem ernüchternden Ergebnis: Den G-Punkt gibt es nicht. Der Urologe vermutet, dass es sich bei Ostrzenskis Entdeckung eher um einen Teil der Klitoris handelt. Amichai Kilchevskys Studie wurde im Fachmagazin «Journal of Sexual Medicine» veröffentlicht.

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