Aktualisiert 20.09.2017 07:57

PreisvergleichDen günstigsten Kaffee bekommen Pendler in Bern

Kaffee am Bahnhof kann ganz schön überteuert sein. 20 Minuten hat Preise verglichen und festgestellt, dass ein lokaler Laden in Bern den besten Preis bietet.

von
Raphael Knecht
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Platz 8: Starbucks verlangt besonders viel für eine Tasse Café Crème. Mit einem Preis von 4.70 Franken und einem Volumen von 1,4 Deziliter kostet der Deziliter beim amerikanischen Anbieter über 3 Franken. Etwas günstiger ist der Kaffee, wenn man einen Mehrwegbecher verwendet.

Platz 8: Starbucks verlangt besonders viel für eine Tasse Café Crème. Mit einem Preis von 4.70 Franken und einem Volumen von 1,4 Deziliter kostet der Deziliter beim amerikanischen Anbieter über 3 Franken. Etwas günstiger ist der Kaffee, wenn man einen Mehrwegbecher verwendet.

AP/Gene J. Puskar
Platz 7: Im SBB-Restaurant ist das Verhältnis zwischen Preis und Füllmenge am höchsten. Der Deziliter kostet vier Franken.

Platz 7: Im SBB-Restaurant ist das Verhältnis zwischen Preis und Füllmenge am höchsten. Der Deziliter kostet vier Franken.

Keystone/Walter Bieri
Platz 6: Valora-Tochter Caffè Spettacolo ist ebenfalls unter den teuersten Anbietern. Auch hier können Kunden einen Mehrwegbecher mitbringen und sparen.

Platz 6: Valora-Tochter Caffè Spettacolo ist ebenfalls unter den teuersten Anbietern. Auch hier können Kunden einen Mehrwegbecher mitbringen und sparen.

Keystone/Georgios Kefalas

Bei den Kaffee-Anbietern an den Schweizer Bahnhöfen gibt es grosse Preisunterschiede. 20 Minuten fand Preise zwischen 2.50 und knapp 5 Franken. Auch die Bechergrösse variierte dabei: Der grösste fasste 2,6 Deziliter, der kleinste 1,15 Deziliter und somit weniger als die Hälfte.

Bei den untersuchten Anbietern kommt das günstigste Angebot von der Bäckerei Konditorei Reinhard am Bahnhof Bern. Ein Café Crème kostet dort 2.50 Franken. Reinhard bietet zugleich auch das beste Verhältnis zwischen Preis und Volumen: Das Angebot umfasst 2 Deziliter Kaffee. Das sind 1.25 Franken pro Deziliter.

Inhaber Alexander Reinhard ist sich bewusst, dass der Kaffee bei ihm besonders wenig kostet. «Ich finde das einfach einen fairen Preis», sagt er zu 20 Minuten. Der Aufwand beim Verkauf des Kaffees im Bahnhofsladen sei besonders niedrig, da die Kunden selber alle Handgriffe an der Kaffeemaschine machen. Zudem bringe das Angebot Kunden in die Bäckerei. Der Haken ist, dass Reinhard ausser in Bern an keinem anderen Bahnhof zu finden ist.

Coop günstiger als Migros

Wer seinen Kaffee nicht in Bern kaufen kann, findet bei Coop ein weiteres günstiges Angebot. Im Coop Restaurant und Take it erhalten Kunden, die ihren eigenen Thermobecher mitbringen, einen Café Crème für 2.75 Franken. Im Coop to go kostet der Kaffee 20 Rappen mehr. In beiden Fällen sind es 1,6 Deziliter.

Das Verhältnis zwischen Preis und Menge ist bei Burger King und Migros besser als bei Coop. Burger King verlangt 3.20 Franken für zwei Deziliter, im Take-away von Migros erhält man 2,1 Deziliter für 3.50 Franken.

Starbucks verlangt am meisten

Die höchsten Preise fand 20 Minuten bei Starbucks. Dort kostet der Kaffee 4.70 Franken. Pro Deziliter verlangt das amerikanische Kaffeehaus über drei Franken. Einen Nachlass für Kunden, die ihren eigenen Becher mitbringen, gibt es auch bei Starbucks: Dann kostet der Kaffee noch 3.90 Franken.

In einer ähnlichen Preisliga wie Starbucks spielt die Valora-Tochter Caffè Spettacolo. Auch hier kostet ein Deziliter Kaffee mehr als drei Franken. Für Leute mit Mehrwegtasse gibt es einen grossen Café Crème zum Preis des kleinen. Wer dieses Angebot nutzt, zahlt pro Deziliter gleich viel wie bei Migros.

Lokale Anbieter fallen nicht mit ihren Preisen auf

Mit der Ausnahme von Reinhard sind lokale Anbieter an Schweizer Bahnhöfen im preislichen Mittelfeld. In Basel erhalten Kunden bei Sutter Begg für 4 Franken 1,5 Deziliter Café Crème. Hitzberger in Zürich verlangt 4.30 Franken für etwa 1,15 Deziliter. Günstiger ist die Bäckerei Hug am Bahnhof Luzern. Dort gibt es für 3.40 Franken 2 Deziliter Kaffee.

Natürlich kommt es nicht nur darauf an, möglichst viel Kaffee für möglichst wenig Geld zu bekommen. Tatsächlich empfiehlt der Arbeitgeberverband Cafetiersuisse, dass ein Café Crème nur 1,1 bis 1,3 Deziliter umfasst. Einen so kleinen Kaffee führen die meisten Ketten als Take-away-Angebot nicht. Bei Hitzberger, Caffè Spettacolo und im Speisewagen gibt es ein entsprechendes Angebot, das jeweils rund 4.50 Franken kostet.

Fairtrade und Bio als Verkaufsargument

Ein weiterer Faktor ist die Herkunft des Kaffees. Viele Anbieter betonen, dass sie nachhaltige Quellen haben. Bei Migros sind das seit dem 3. Juli die Café-Royal-Bohnen in Max-Havelaar-Qualität. Die sind laut einer Migros-Sprecherin deutlich teurer in der Beschaffung als die bisherigen Bohnen. Auch bei Caffè Spettacolo wird mit Fairtrade- und Bio-zertifizierten Bohnen geworben.

* Nur in Bern

** Mit eigenem Mehrwegbecher

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