11.03.2018 20:51

Michael Lang

«Den Konjunktiv habe ich langsam gesehen»

Der FCB verliert das dritte von vier Ligaspielen nach der Winterpause. Michael Lang hat genug von hätte, wäre, wenn.

von
E. Tedesco, Luzern

YB kann wohl das grosse Fest planen. Den Meistertitel werden sich die Berner kaum mehr streitig machen lassen. Und der FCB? Der Nimbus der Unschlagbarkeit ist dahin. Nur vier Tage nach dem Sensationssieg gegen Manchester City in der Champions League verlor Rotblau in Luzern 0:1. Es war die dritte Niederlage im vierten Ligaspiel 2018. Der Rückstand auf Leader YB ist auf 17 Punkte angewachsen (wobei der FCB zwei Partien weniger gespielt hat).

Rückt der Tag, an dem die Basler YB zum Meistertitel gratulieren müssen, näher? «Es sieht momentan so aus», sagt FCB-Trainer Raphael Wicky. «Nach einer Niederlage können wir nicht vom Titel reden. Aber das Problem ist nicht YB – das Problem sind wir. Wenn wir kein Spiel gewinnen, können wir auch nicht nach oben schauen.» Man spiele «ganz okay», aber es fehle die Effizienz.

«Es war einfach schlecht»

Auf der Suche nach Erklärungen tut sich auch Michael Lang von Niederlage zu Niederlage schwerer. «Man ist enttäuscht und auch frustriert. Es sind nur Details, die gegen uns sprechen. Das Gegentor darf uns nicht passieren. Es darf nicht sein, dass wir zwei Minuten nach der Pause schlafen. Das hat Luzern in die Karten gespielt. Sie konnten danach hinten dicht machen. Hätten wir das 0:0 gehalten, dann ...» Er bricht ab und sagt: «Den Konjunktiv habe ich auch langsam gesehen. Es war einfach schlecht, wie wir aus der Pause kamen.»

War das die Vorentscheidung im Titelrennen? «Ich würde nicht sagen, dass es die Vorentscheidung war, aber wenn wir solche Spiele nicht gewinnen, werden wir nicht Meister. So einfach und so bitter ist das leider», sagt der Fussballer des Jahres. «Wenn man unsere Rückrunde anschaut, darf man nicht vom Titel reden. Wenn wir unsere Spiele nicht gewinnen, müssen wir auch nicht von etwas träumen, das weit weg liegt.»

FCB-Trainer Raphael Wicky kann sich die Pleite in Luzern nach dem Sieg in Manchester auch nicht erklären. (Video: 20 Minuten)

Basel anerkennt Berner Qualität

War das 0:1 in Luzern die berühmte Niederlage zu viel? Der Rückstand auf YB wächst und wächst, während der FCB nicht in die Spur finden will. «Ob es die eine Niederlage zu viel war, ist nebensächlich. Jede Niederlage gibt keine Punkte», sagt Fabian Frei. Der Bundesliga-Rückkehrer spielte in Luzern wie am letzten Mittwoch beim 2:1-Sieg in Manchester in der Abwehr. Diesmal allerdings in einer Viererkette statt wie in der Champions League in einer Dreier-Abwehr und machte seinen Job fehlerfrei. Der ehemalige Mainzer scheint seine Position gefunden zu haben.

Aber auch Frei ging nach Schlusspfiff gesenkten Hauptes in die Kabine. Die Enttäuschung und der Frust bei Rotblau sassen sichtlich tief. «Die Enttäuschung ist gleich gross wie nach der Niederlage gegen Lugano und gegen St. Gallen, einfach weil wir jedes Spiel gewinnen wollen», sagt Frei aber wenige Minuten später. Und auf die Chance, YB noch abzufangen? «Darauf müssen wir uns jetzt wirklich nicht konzentrieren», winkt der Frauenfelder ab.

«Es sind jetzt 17 Punkte, 11 Verlustpunkte, und es wäre echt vermessen, mit drei Niederlagen Ansprüche zu stellen oder sich mit YB zu vergleichen. Sie haben sechs Spiele nach der Winterpause gemacht und sechs gewonnen. Das zeigt doch auch, dass sie viel Qualität haben und zu Recht oben stehen. Wenn es denn eines Tages so weit sein sollte, dass wir eine Chance haben zurückzukommen, müssen wir einfach bereit sein. Aber im Moment sind das Sachen, mit denen wir uns nicht beschäftigen müssen.»

«Trainer Gerardo Seoane hat uns verboten, auf die Tabelle zu schauen», sagt FCL-Routinier Christian Schneuwly. (Video: 20 Minuten)

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