Wegen Vogelplage: Den Krähen geht es an den Kragen
Aktualisiert

Wegen VogelplageDen Krähen geht es an den Kragen

Ab diesem Herbst darf die Saatkrähe im Kanton Bern geschossen werden. Aber nicht in der Stadt – wo das Problem am grössten ist.

von
Christian Holzer
Bern will krähen schiessen.

Bern will krähen schiessen.

Verdreckte Strassen und ohrenbetäubendes Krächzen: Keine Szene aus Hitchcocks «Die Vögel», sondern Realität im Norden Berns. Um der Krähenplage Herr zu werden, hat die Stadt kürzlich 99 Vogelnester aus den Baumkronen entfernt – so viele wie noch nie. Nun gehts den Krähen an der Kragen: Gestern hat der Kanton Bern die Krähen zum Abschuss freigegeben. In der angepassten Jagdverordnung hebt er den Schutz der Saatkrähe ab Juni auf.

Während der Jagdsaison im Herbst darf der Wildvogel somit von jedem lizenzierten Jäger geschossen werden. Darüber freuen sich vor allem Landwirte. Denn obschon die Krähe in der Stadt brütet, ernährt sich der Vogel auf den Feldern der Agglomeration: «Ohne aufwändige Gegenmassnahmen fressen sie mir Mais und Kirschen weg», klagt Bauer Alfred Gosteli aus Ostermundigen. Über 500 Saatkrähen hielten sich zeitweise beim Hof auf – die Bäume seien manchmal schwarz vor Tieren, meint Gosteli: «Der Kanton sollte den Bestand mit harten Massnahmen reduzieren.»

In der Stadt dürfen die Krähen aber nicht abgeknallt werden: «Es wäre zu gefährlich, die Krähen in bewohnten Gebieten zu schiessen», sagt Rolf Schneeberger vom Jagdinspektorat Bern. Er hofft, dass der Abschuss auf dem Land ausreicht: «Die Krähe sollte dadurch menschenscheuer werden und nicht mehr in der Stadt brüten.»

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