Kontrolle haben: Den Lehrlingslohn richtig einteilen
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Kontrolle habenDen Lehrlingslohn richtig einteilen

Mit dem ersten Einkommen nimmt bei Jugendlichen womöglich auch der Appetit auf teure Konsumgüter zu. Es droht die Schuldenfalle. Deshalb ist es wichtig, die Ausgaben fest im Griff zu haben.

von
thw
Eigenes Geld verdienen heisst auch Verantwortung übernehmen. Unter Umständen müssen nun die Handyrechnung oder Markenkleider selbst bezahlt werden.

Eigenes Geld verdienen heisst auch Verantwortung übernehmen. Unter Umständen müssen nun die Handyrechnung oder Markenkleider selbst bezahlt werden.

Auch die Benzinkosten fürs Mofa und der Ausgang am Wochenende reduzieren den Lehrlingslohn merklich. Deswegen sollten Eltern und Kind gemeinsam festlegen, wer was bezahlt. Da Lehrlingslöhne etwa zwischen CHF 500.- und CHF 1'200.- liegen, sieht die Lösung von Fall zu Fall anders aus. Das auswärtige Mittagessen kann kaum mit einem Lehrlingslohn von CHF 500.- finanziert werden. Bei einem hohen Lehrlingssalär können die Eltern dagegen erwarten, dass ihr Kind die Krankenkassenprämie teilweise oder ganz übernimmt. Schulkosten sowie die Ausgaben für Arzt, Zahnarzt und Optiker übernehmen in der Regel die Eltern.

Verpflichtungen auf beiden Seiten

Können sich Eltern und Kind bezüglich der Kostenaufteilung nicht einigen, gibt der Staat juristische Hilfestellungen. Laut Gesetz gehört das selbstverdiente Geld dem Lernenden. Gemäss den Bestimmungen können die Eltern aber auch verlangen, dass ihr Kind einen angemessenen Beitrag zu seinem Unterhalt leistet. Der Begriff "angemessen" ist individuell festzulegen. Gleichzeitig verpflichtet der Staat die Eltern, bis zur Vollendung der Erstausbildung für den Nachwuchs aufzukommen.

Eine Budgeterstellung hilft, die Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben zu wahren

Selbst wenn die Ausgaben zwischen Eltern und Kind klar geregelt sind, fällt es Jugendlichen oft schwer, mit ihrem neuen Einkommen sinnvoll umzugehen. Erste Schulden oder falsche Vorstellungen kann ein Lernender mit Hilfe eines angemessenen Budgets vermeiden. Hierfür sollten Einnahmen und Ausgaben genau aufgelistet werden. Wer erkennt, wohin das Geld fliesst, kann am meisten sparen und richtig budgetieren. Zunächst ist das Einkommen zu ermitteln. Dazu zählen das monatliche Netto- und ein mögliches Nebeneinkommen sowie ein allfälliger 13. Monatslohn. Dieser wird meistens erst am Jahresende ausbezahlt, kann also für die Begleichung von monatlich anfallenden Kosten nicht verwendet werden.

Ausgaben erkennen und auflisten

Für das Budget werden die erwarteten Ausgaben vom Einkommen abgezogen. Bei einem Lernenden, der zu Hause wohnt, umfasst das Budget in der Regel folgende Faktoren:

• Handy

• Krankenkassenprämie

• Andere Versicherungsprämien

• Transportkosten wie Benzin oder Abonnemente für den öffentlichen Verkehr

• Steuerzahlungen an die Gemeinde, den Kanton und den Bund

• Beteiligung an den Haushaltskosten

• Verpflegungskosten auswärts

• Schulmaterial

• Kleider und Schuhe

• Körperpflege

• Hobbys und Freizeitgestaltung

• Ferien

Der allfällige Überschuss eignet sich zum Sparen und zur Finanzierung grösserer Anschaffungen. Im Internet unter www.budgetberatung.ch können Formulare für die Budgeterstellung heruntergeladen werden.

Weitere Informationen auf der Webseite von PostFinance.

(thw/20 Minuten)

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