Bassersdorf: Den Nachbarn verpfeifen – via Internet
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BassersdorfDen Nachbarn verpfeifen – via Internet

Die Gemeinde Bassersdorf hat eine Internetplattform eingeführt, auf der sich genervte Bürger über Lärmbelästigungen, Vandalismus und «Littering» beschweren können. Erklärtes Ziel der Verantwortlichen: Ein aktiveres Meldeverhalten der Bevölkerung.

Haben Sie den Nachbarn schon wieder dabei erwischt, wie er seinen Müll in gewöhnlichen statt in den vorgeschriebenen Gebührensäcken entsorgt hat? Ärgern Sie sich über Jugendliche, die in der Mittagspause Zigarettenstummel und Fastfood-Verpackungen achtlos liegen lassen? Falls Sie nicht in Bassersdorf wohnen: Leiden Sie still weiter! Falls Sie das Glück haben, Einwohner von Bassersdorf zu sein: Ihnen kann geholfen werden.

Für ein «aktiveres Meldeverhalten»

Die Gemeinde Bassersdorf hat für solche Fälle eine Internetplattform eingerichtet, auf der genervte Einwohner Einspruch gegen Missetaten ihrer Mitbürger erheben können. Wo auch immer die Bassersdorfer Missstände aufdecken, sei es «Littering» (neudeutsch für achtloses Wegwerfen von Abfällen in der Öffentlichkeit), Vandalismus oder Nachtruhestörung: Das Eingabefeld der Kommunikationsplattform auf bassersdorf.ch nimmt sie geduldig auf. Auf der Gemeinde Bassersdorf wünscht man sich ein aktiveres «Meldeverhalten» der Bürger. Angeregt wird dieses mit der Garantie auf Anonymität: «Sollten Verursacher eruiert werden, bleiben Sie selbstverständlich anonym», versichert die Gemeinde auf ihrer Internetseite.

Neuralgische Punkte lokalisieren

Dank der innovativen Kommunikationsidee der Gemeinde erfährt der Nachbar also unter Umständen nie, wem er die Busse wegen illegaler Abfallentsorgung oder die Anzeige wegen nächtlicher Ruhestörung zu verdanken hat. Der Wächter über die Beschwerdeplattform ist Christian Schmid von der Gemeinde Bassersdorf. Gegenüber dem «Landboten» sagte er, dass die Meldungen der Bevölkerung dazu genutzt werden könnten, «neuralgische Punkte» der Verstösse in Bassersdorf zu lokalisieren. Dort könnten, so Schmid, auf längere Sicht Videokameras installiert werden.

Von Verdächtigungen, die in Richtung modernes Denunziantentum gehen, will man in der Flughafengemeinde aber nichts wissen. Die Plattform diene viel mehr dem «allgemeinen Sicherheitsgefühl» der Bevölkerung. Wie gesund das «aktive Meldeverhalten» der Bassersdorfer tatsächlich ist, wird sich erst in nächster Zeit zeigen.

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