Aktualisiert 02.11.2011 19:06

«Der Verdingbub»

Den Pflegeeltern hilflos ausgeliefert

Packendes Gefühlsdrama von Markus Imboden, das ein dunkles Kapitel in der Schweizer Geschichte beleuchtet.

Der grösste Traum von Waisenkind Max ist es, Teil einer «richtigen Familie» zu sein. Und tatsächlich scheint sich dieser zu erfüllen: Max wird an eine Bauernfamilie verdingt. Statt Liebe und Anerkennung erfährt er von seinen Pflegeeltern und deren Sohn jedoch nur Demütigung und Eifersucht. Einzig das Handorgelspiel kann ihm niemand nehmen.…

Keine Frage: Das Schicksal eines Verdingbuben hätte man auch als beinhartes Schicksalsdrama inszenieren können. Markus Imboden bemüht sich aller Tristesse zum Trotz um einen Unterhaltungswert und ein gutes Erzähltempo. Viele Problemfelder wie etwa die Rolle der Kirche oder das Verhalten der Staatsbehörden werden bewusst oberflächlich gestreift. Schön auch, dass dank des Handorgelspiels zumindest eine Art Happy End in Form einer akustischen Wiedergutmachung möglich ist.

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