Kampf um Sirte: Den Rebellen fehlen noch zwei Kilometer
Aktualisiert

Kampf um SirteDen Rebellen fehlen noch zwei Kilometer

Noch sind die libyschen Rebellen nicht ins Zentrum der Gaddafi-Hochburg Sirte vorgedrungen. Der Grossangriff forderte zahlreiche Tote und Verletzte - unter ihnen auch ein Kommandant der Rebellen.

Bei einer Grossoffensive gegen Truppen des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi in der Stadt Sirte sind am Freitag mindestens zwölf Kämpfer der Revolutionsstreitkräfte umgekommen. Nach Angaben von Ärzten wurden bei dem Vorstoss zudem fast 200 Soldaten der neuen libyschen Führung verletzt. Eines der Hauptziele war ein Konferenzzentrum, das zum Hauptquartier der Truppen des alten Regimes umfunktioniert worden war.

Der Angriff auf Sirte wurde bereits in den frühen Morgenstunden begonnen und erfolgte vom Westen, Osten und Süden her. Nach Angaben des Kommandanten Altaib Aleroebi konnten die Revolutionsstreitkräfte bis auf zwei Kilometer an den Stadtkern heranrücken, stiessen aber auf erbitterten Widerstand. Nach Schätzungen des Kommandanten hielten sich etwa 800 Gaddafi-Kämpfer in Stadt auf.

Der Kommandant bezeichnete den Angriff als die entscheidende Offensive, nachdem die Stadt bereits mehrere Wochen lang belagert wurde. Beide Seiten setzten Raketen, Mörser und Panzer ein. Scharfschützen der Gaddafi-Truppen nahmen die anrückenden Kämpfer im Häuserkampf unter Beschuss.

Kommandant angeschossen

Die Verwundeten wurden in ein Lazarett ausserhalb des Stadtzentrums gebracht, das notdürftig in einer Villa untergebracht wurde. Unter den Verletzten sei auch der Kommandant Ali Saeh, dem Scharfschützen zwei Schussverletzungen zugefügt hätten, teilten die Ärzte mit.

Über der Stadt stiegen Rauchschwaden auf und es waren Explosionen zu hören. An Kontrollposten der Rebellen vor der Stadt bildeten sich lange Schlangen von Autos mit Menschen, die vor den Gefechten in der Stadt flohen. Kämpfer durchsuchten Wagen und das Gepäck der Flüchtlinge. In der Stadt fehlt es Berichten zufolge weiter an Nahrungsmitteln.

Sirte ist die Heimatstadt des langjährigen Machthabers Gaddafi und die letzte strategisch wichtige Stadt unter Kontrolle des alten Regimes. Die neue libysche Führung hat angekündigt, dass nach dem Fall von Sirte ein Zeitplan für Wahlen aufgestellt werden könne. Die Gaddafi-Kräfte kontrollieren weiterhin auch die strategisch weniger wichtige Stadt Bani Walid im Landesinneren und die Stadt Sabha im Süden. (dapd)

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