07.12.2017 15:40

KnochenanalyseDen Samichlaus gibts, aber er ist tot

Laut britischen Forschern stammen die Knochen, die als Reliquien des heiligen Nikolaus verehrt werden, tatsächlich aus der richtigen historischen Periode.

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Perfektes Timing: Pünktlich zum gestrigen Samichlaus-Tag verkündeten Forscher der University of Oxford, dass die Knochen, die als Reliquien des heiligen Nikolaus verehrt werden, tatsächlich echt sein könnten.

Perfektes Timing: Pünktlich zum gestrigen Samichlaus-Tag verkündeten Forscher der University of Oxford, dass die Knochen, die als Reliquien des heiligen Nikolaus verehrt werden, tatsächlich echt sein könnten.

Wikimedia Commons/PD
Anders als viele andere Reliquien, bei denen sich herausgestellt habe, dass sie aus anderen Epochen stammten, «könnten wir es bei diesem Knochenteil mit den Überresten des heiligen Nikolaus höchstpersönlich zu tun haben», so Tom Higham vom Institut für Reliquien.

Anders als viele andere Reliquien, bei denen sich herausgestellt habe, dass sie aus anderen Epochen stammten, «könnten wir es bei diesem Knochenteil mit den Überresten des heiligen Nikolaus höchstpersönlich zu tun haben», so Tom Higham vom Institut für Reliquien.

T. Higham & G. Kazan, University of Oxford
Sankt Nikolaus, dessen am 6. Dezember gedacht wird, geht auf den historischen Bischof von Myra, der heutigen türkischen Stadt Demre, zurück. (Im Bild: die Gräber von Myra)

Sankt Nikolaus, dessen am 6. Dezember gedacht wird, geht auf den historischen Bischof von Myra, der heutigen türkischen Stadt Demre, zurück. (Im Bild: die Gräber von Myra)

Wikimedia Commons/Tanya Dedyukhina/CC BY 3.0

Wissenschaftler haben ein Stück Knochen untersucht, das zu den Überresten des heiligen Nikolaus gehören könnte. Das Knochenfragment stamme aus dem vierten Jahrhundert nach Christus, teilt die Universität Oxford mit. Historiker datieren den Tod des Heiligen, der auf Ikonen mit langem weissem Bart dargestellt wird, auf das Jahr 343.

«Die Ergebnisse legen nahe, dass die Knochen authentisch sein könnten», heisst es in der Mitteilung weiter. Anders als viele andere Reliquien, bei denen sich herausgestellt habe, dass sie aus anderen Epochen stammen, «könnten wir es bei diesem Knochenteil mit den Überresten des heiligen Nikolaus höchstpersönlich zu tun haben», so Tom Higham vom Institut für Reliquien der Universität Oxford.

Weltweit verteilte Überreste

Sankt Nikolaus, dessen am 6. Dezember gedacht wird, geht auf den historischen Bischof von Myra, der heutigen türkischen Stadt Demre, zurück. Der Grossteil der Überreste, die dem Heiligen zugeschrieben werden, befindet sich seit dem Jahr 1087 in der Basilika San Nicola im italienischen Bari. Mehr als 500 weitere Knochenteile werden in Venedig aufbewahrt.

Zusätzlich sind im Laufe der Jahre viele Reliquien an Kirchen in der ganzen Welt verteilt worden – auch in der Schweiz. Das Fragment, das die Forscher von Oxford untersucht haben, ein Teil des linken Beckenknochens, gehört heute einem Priester aus dem US-Bundesstaat Illinois, Dennis O'Neill. Die Reliquie komme aus dem französischen Lyon, erklärte die Universität.

Anatomische Studien belegen, dass die Knochen in Bari und Venedig zu ein und demselben Menschen gehören. Die Untersuchung der Reliquie von O'Neill ermuntere die Forscher nun, sich den Überresten in Bari und Venedig zuzuwenden, um herauszufinden, ob sie auch zu diesem Menschen gehöre, sagte Georges Kazan vom Reliquien-Institut. (fee/sda)

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