Interview: «Den Stadtrat auffrischen»
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Interview«Den Stadtrat auffrischen»

Bastien Girod (25) von den Jungen Grünen ist einer der jüngsten Stadtratskandidaten aller Zeiten. Der ETH-Student traut sich das Amt zu.

Herr Girod, ist es überhaupt möglich, in Ihrem Alter dem Amt eines Stadtrates bereits gewachsen zu sein?

Bastien Girod: Ich bin mir bewusst, welche Verantwortung der Posten mit sich bringt, aber ich kann auf die Unterstützung meiner Partei zählen.

Sie sind Student. Woher nehmen Sie die Führungserfahrung?

Girod: Da hätte ich sicher gewisse Defizite und müsste erst in den Posten hineinwachsen. Doch mit meinem Elan würde ich den Stadtrat auffrischen.

Was würden Sie in Zürich verändern?

Girod: Ich würde mich gegen den geplanten Stadttunnel wehren. Denn anstatt zu entlasten, würde der Tunnel den Verkehr aus der Agglomeration fördern.

Würden Sie sich auch für die Jugend einsetzen?

Girod: Klar. Einen dringenden Handlungsbedarf sehe ich bei der Jugendarbeitslosigkeit. Es müssen endlich mehr Lehrstellen geschaffen werden. Jugendliche, die zu Sozialfällen werden, kommen teurer als die Massnahmen, die heute getroffen werden müssten.

Was schwebt Ihnen vor?

Girod: Ich denke an einen Berufsbildungsfonds. Unternehmen, die viel Gewinn ausschütten, aber keine Lehrlinge ausbilden, sollen zur Kasse gebeten werden. Das einbezahlte Geld käme den Firmen zugute, die Lehrlinge ausbilden.

Romina Lenzlinger

Bastien Girod im Kurzporträt

Bastien Girod studiert im neunten Semester Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. Geboren ist er 1980 in Biel. Für sein Studium zog er vor vier Jahren nach Zürich in den Kreis 3. Bei den Wahlen vom 12. Februar kandidiert Girod für den Stadtrat sowie im Stadtkreis 3 für den Gemeinderat – auf dem dritten Listenplatz der Grünen, gleich hinter den beiden Bisherigen. Politologe Andreas Ladner schätzt die Chancen von Bastien Girod als sehr gering ein: «Die Wähler sind generell zurückhaltend, wenn es darum geht, Junge zu wählen», so Ladner.

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