Alarmierender Bericht - Den Weltmeeren steht das Wasser bis zum Hals
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Alarmierender BerichtDen Weltmeeren steht das Wasser bis zum Hals

Die Ozeane heizen sich auf, der Meeresspiegel steigt und das arktische Eis geht dramatisch zurück: Ein aktueller Report zeichnet beim Zustand der Weltmeere ein düsteres Bild.

Darum geht es in dem fünften Bericht des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes.

Copernicus Marine Service

Darum gehts

  • Den Ozeanen geht es immer schlechter.

  • Das ist – kurz gefasst – das Fazit des fünften Bericht des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes.

  • Dieser wird alljährlich von rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Auftrag der Europäischen Kommission zusammengestellt.

  • Die festgestellten Veränderungen haben Folgen für Mensch und Tier.

Den Weltmeeren geht es immer schlechter. Das geht aus dem fünften Bericht des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes hervor. In dem jährlich erscheinenden Bericht zeigen 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag der Europäischen Kommission, wie schnell sich die Ozeane durch den Eingriff des Menschen verändern.

Der Report nennt die schlimmsten Folgen: Die Erwärmung der Weltmeere und das schmelzende Landeis führen demnach zu einem Anstieg des Meeresspiegels – im Mittelmeerraum um 2,5 Millimeter pro Jahr und weltweit bis zu 3,1 Millimeter. Als Beispiel für die drohenden Folgen wird im Bericht die Überflutung Venedigs im November 2019 genannt, als der Wasserstand auf bis zu 1,89 Meter anstieg (siehe Bildstrecke). Die Erwärmung der Ozeane habe zudem zur Folge, dass Meeresbewohner in kühlere Gewässer abwandern oder die Bestände von Arten schrumpfen.

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Im November 2019 wurde Venedig von einem Rekordhochwasser heimgesucht. (Im Bild: der Markusplatz am 17. November 2019)

Im November 2019 wurde Venedig von einem Rekordhochwasser heimgesucht. (Im Bild: der Markusplatz am 17. November 2019)

REUTERS
Der Wasserstand stieg auf 1,89 Meter. (Im Bild: die Rialtobrücke am 17. November 2019)

Der Wasserstand stieg auf 1,89 Meter. (Im Bild: die Rialtobrücke am 17. November 2019)

REUTERS
Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach damals von einer «Katastrophe». (im Bild: eine Kirche unter Wasser, 17. November 2019)

Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach damals von einer «Katastrophe». (im Bild: eine Kirche unter Wasser, 17. November 2019)

REUTERS

Folgenreicher Rückgang von arktischem Eis

Das arktische Meereis geht laut Bericht stetig zurück: Zwischen 1979 und 2020 habe die Arktis eine Eisfläche verloren, die etwa sechsmal so gross wie Deutschland ist. Seit 1979 sei das Eis um 12,89 Prozent pro Jahrzehnt zurückgegangen. Die Tiefststände wurden dabei in den vergangenen beiden Jahren verzeichnet. Der Report warnt: Wenn das arktische Meereis weiter schmelze, könne das zur regionalen Erwärmung, der Erosion der arktischen Küsten und zu einer Veränderung der globalen Wettermuster beitragen.

Eine weitere Erkenntnis: Extreme Schwankungen aufgrund von Hitze- und Kältewellen in der Nordsee stehen in einem direkten Zusammenhang mit Veränderungen im Fischfang. Genannt werden hier die Seezunge, der Europäische Hummer, Seebarsch und Taschenkrebse.

«Nie dagewesene Belastung für den Ozean»

«Klimawandel, Umweltverschmutzung und Übernutzung haben eine nie da gewesene Belastung für den Ozean verursacht», sagt Karina von Schuckmann, Vorsitzende des Ocean State Reports in einer Mitteilung zum Bericht. Die Weltmeere bedeckten den Grossteil der Erdoberfläche und regulierten das Klima, eine genaue und zeitnahe Überwachung sei entscheidend, um die Ozeane besser zu verstehen und auf Veränderungen reagieren zu können.

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Sein Ziel ist es, auf Grundlage von Satellitenbeobachtungen und Messungen auf der Erde den Zustand von Land, Meeren und Atmosphäre oder den Klimawandel und seine Folgen zu überwachen.

Die Weltmeere sind in einer schlechter Verfassung.

Die Weltmeere sind in einer schlechter Verfassung.

Unsplash

Ganze Regionen werden verschwinden

Die Autorinnen und Autoren des fünften Berichts des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes sind nicht die einzigen Forschenden, die angesichts des Klimawandels ein düsteres Bild zeichnen. Erst vor Kurzem warnten Expertinnen und Experten im neusten Klimabericht davor, dass in den nächsten 80 Jahren Millionen von Menschen ihre Heimat und Existenzgrundlage verlieren werden. Davon betroffen sein, werden ihnen zufolge nicht nur Menschen an der Küste, sondern auch jene, die im Hinterland leben und arbeiten:

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Einige Auswirkungen der Erderwärmung wie der Anstieg der Meeresspiegel sind laut Weltklimarat bereits heute «unumkehrbar». Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel bis zu einem Meter steigen. 

Einige Auswirkungen der Erderwärmung wie der Anstieg der Meeresspiegel sind laut Weltklimarat bereits heute «unumkehrbar». Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel bis zu einem Meter steigen.

Unsplash
Für viele Städte – und die Menschen, die dort leben und arbeiten – bedeutet dies eine gravierende Umstellung, etwa im italienischen Venedig und entlang der Adriaküste. 

Für viele Städte – und die Menschen, die dort leben und arbeiten – bedeutet dies eine gravierende Umstellung, etwa im italienischen Venedig und entlang der Adriaküste.

Unsplash
Steigt der Meeresspiegel um einen Meter an, werden dort viele Gebiete überschwemmt sein. 

Steigt der Meeresspiegel um einen Meter an, werden dort viele Gebiete überschwemmt sein.

Screenshot Coastal.climatecentral.org

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Klimaangst?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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