Historische Bilder: Denkmalpfleger gegen Kopien auf Kapellbrücke
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Historische BilderDenkmalpfleger gegen Kopien auf Kapellbrücke

Auf der historischen Luzerner Kapellbrücke sollen weiterhin nur originale und keine kopierten Bildtafeln hängen.

Dies hält die Konferenz der Schweizer Denkmalpfleger in einer Stellungnahme vom Montag fest. Als die überdachte Holzbrücke vor 15 Jahren bei einem Brand teilweise zerstört wurde, hingen in den Giebeln insgesamt 111 Bilder. 86 Gemälde wurden ein Raub der Flammen. Die zerstörten Bildtafeln wurden teilweise durch Bilder ersetzt, die eingelagert worden waren, als im 19. Jahrhundert die Brücke gekürzt wurde.

Der Luzerner Rechtsanwalt Jost Schumacher konnte sich mit dem Verlust des kulturellen Erbes nicht abfinden. Für zwei Millionen Franken liess er die 146 im 17. Jahrhundert von Hans Heinrich Wegmann geschaffenen Bilder kopieren.

Dadurch wurden Stimmen laut, die Original-Bilder durch die Kopien aller 111 Tafeln, die vor dem Brand auf der Brücke hingen, zu ersetzen. Allerdings: Der Stadtrat war dagegen. Nun erhält er Rückendeckung von den Schweizer Denkmalpflegern.

Originale Ausstattungen dürften nur dann von einem Denkmal entfernt werden, wenn eine Bedrohung durch Witterungseinflüsse oder Vandalismus dies unabdingbar mache, schrieb die Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD). Kopien müssten zudem höchsten Ansprüchen genügen.

Zur Kapellbrücke hält die KSD fest, dass deren Geschichte und damit der Brand von 1993 ablesbar bleiben müsse. Zudem müssten bei einer Veränderung die Bewilligungsverfahren eingehalten werden.

Die KSD vertrete die Meinung, dass die heute vorhandene Situation auf der Kapellbrücke diesen Erfordernissen in optimaler Weise entspreche, hiess es in der Mitteilung. Eine Veränderung des Denkmals von nationaler Bedeutung sei deshalb nicht nötig. (sda)

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