Jahresabschluss – Denner-CEO befürchtet wegen Migros Umsatzschwund bei Alkoholverkauf
Aktualisiert

JahresabschlussDenner-CEO befürchtet wegen Migros Umsatzschwund bei Alkoholverkauf

Es liege auf der Hand, dass bei Denner der Umsatz gefährdet sei, wenn auch Migros Alkohol verkaufe – «vor allem in den rund 200 Filialen, die neben einer Migros stehen».

von
Marcel Urech
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Wie geht es weiter mit dem Alkoholverkauf bei Denner? Da auch Migros bald Alkohol verkaufen könnte, ist das laut Denner-CEO Mario Irminger aktuell unklar.

Wie geht es weiter mit dem Alkoholverkauf bei Denner? Da auch Migros bald Alkohol verkaufen könnte, ist das laut Denner-CEO Mario Irminger aktuell unklar.

20min/Michael Scherrer
Ein Alkoholverkauf beim gruppeninternen Konkurrenten hätte für Denner aber «nicht nur negative Folgen», sagt Irminger.

Ein Alkoholverkauf beim gruppeninternen Konkurrenten hätte für Denner aber «nicht nur negative Folgen», sagt Irminger.

20min/Michael Scherrer
«Wir begrüssen es, dass dieser Entscheid in einem basisdemokratischen Verfahren getroffen wird», sagt Irminger zum Alkoholverkauf bei Migros. «Wo gibt es das sonst?»

«Wir begrüssen es, dass dieser Entscheid in einem basisdemokratischen Verfahren getroffen wird», sagt Irminger zum Alkoholverkauf bei Migros. «Wo gibt es das sonst?»

Denner

Darum gehts

  • Denner hat sich im Weinhandel in den letzten 50 Jahren ein grosses Know-how erarbeitet.

  • Wie es nun mit dem Verkauf von Alkohol weitergehen wird, ist wegen der Migros aber unklar.

  • Sein Geschäftsjahr 2021 schloss Denner mit einem Umsatzplus von 1,3 Prozent ab.

Mario Irminger, der seit zehn Jahren Chef von Denner ist, hat sich in einem Interview zum vielleicht baldigen Alkoholverkauf in der Migros und zu den Folgen der Corona-Pandemie auf das Geschäft geäussert. «Wir begrüssen es, dass dieser Entscheid in einem basisdemokratischen Verfahren getroffen wird», sagt Irminger zum Alkoholverkauf bei Migros. «Wo gibt es das sonst?», fragt er im Gespräch mit Zeitungen von «CH Media».

Alkoholverkauf bei Migros gefährdet Umsatz bei Denner

Ein Alkoholverkauf beim Konkurrenten hätte für Denner «nicht nur negative Folgen». Denner habe sich im anspruchsvollen Weinhandel in den letzten 50 Jahren ein grosses Know-how erarbeitet, sagt Irminger. Hier stelle sich aus Gesamtsicht die Frage, wie die Migros-Gruppe Denner einbinden könne. Sie müsse prüfen, inwiefern Denners Expertise in diesem Geschäft für die Gruppe von Nutzen sei. Es liege aber auf der Hand, dass der Umsatz gefährdet sei – «vor allem in den rund 200 Filialen, die neben einer Migros stehen».

Sein Geschäftsjahr 2021 schloss Denner allerdings gut ab. Das Unternehmen erzielte einen Nettoumsatz von rund 3,8 Milliarden Franken. Man hat in einem rückläufigen Gesamtmarkt ein Umsatzplus von 1,3 Prozent erzielt, wie das Unternehmen mitteilt. Auch das filialisierte Geschäft sei über zwei Prozent gewachsen. Das Wachstum sei auf das ausgebaute Frischesortiment und das dichte Filialnetz zurückzuführen, so Denner.

Omikron könnte zu Filialschliessungen führen

Irminger äusserte sich im Interview auch zur Corona-Pandemie. Wegen der Omikron-Welle habe Denner noch keine Filialen schliessen müssen. Von den rund 6000 Mitarbeitenden seien aktuell etwa 100 wegen Corona zu Hause. Doppelt so viele seien wegen einer normalen Grippe oder wegen einer Erkältung ausser Gefecht. Verstärke sich die Omikron-Welle, würde Denner zuerst die Öffnungszeiten verkürzen und dann womöglich auch Filialen schliessen. Er rechne aber nicht damit, dass es so weit komme, sagt Irminger.

Trotz der Pandemie gehen die Kundinnen und Kunden weiter bei Denner einkaufen. Das sei letztes Jahr «regelmässiger» geschehen, heisst es in den Jahreszahlen. Die Kundenfrequenz sei deshalb um 2,3 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Einkauf sei jedoch geringer ausgefallen. Denner schuf im Berichtsjahr über 300 neue Arbeitsstellen. 128 Lernenden biete man einen Ausbildungsplatz an, so das Unternehmen.

Denner hebt Mindestlohn an

Den Mindestlohn hob Denner auf 4200 Franken an. Zum Vergleich: Aldi Suisse zahlt mit 4600 Franken pro Monat den höchsten Mindestlohn in der Schweizer Detailbranche. Die Lohnsumme stieg bei Denner im letzten Jahr um ein Prozent an. Das Unternehmen verlängerte ausserdem die Elternzeit um je zehn Arbeitstage auf 18 Wochen Mutterschaftsurlaub und vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Alle Mitarbeitenden hätten eine «individuelle und leistungsbezogene Sonderprämie» erhalten, heisst es in der Medienmitteilung.

Die UBS prognostizierte für den Detailhandel eine effektive Lohnerhöhung von 0,5 Prozent für 2022. Einer der Hauptgründe für diese niedrige Prognose ist die Inflation. In der gesamten Schweiz und in allen Branchen sagten die Ökonomen und Ökonominnen der UBS für 2022 ein Plus von durchschnittlich 0,4 Prozent voraus.

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