Denner spürt Aldi-Einfluss schwächer als erwartet
Aktualisiert

Denner spürt Aldi-Einfluss schwächer als erwartet

Den Einfluss des deutschen Discounters Aldi spürt der Schweizer Discounter Denner nur punktuell und insgesamt bedeutend schwächer als ursprünglich angenommen.

Denner-Chef Philippe Gaydoul gibt sich für weiteres Wachstum zuversichtlich.

Die Umsatzentwicklung der durch Aldi betroffenen Denner-Filialen hätte sich erwartungsgemäss wieder normalisiert, sagte Denner-Chef Philippe Gaydoul im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP am Rande einer Pressekonferenz der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel Economics. Für das laufende Jahr geht Denner weiterhin von einem über dem Markt liegenden Wachstum aus.

Die Aussage einer am Dienstag publizierten Studie der Universität St. Gallen, wonach die Preise im Schweizer Detailhandel in den kommenden zehn Jahren um 20 Prozent sinken werden, erachtet Gaydoul als etwas «schreierisch».

Diese Entwicklung der sinkenden Preise sei ganz klar von verschiedenen Faktoren abhängig; «daher würde ich ein gewisses Fragezeichen hinter die Zahl von 20 Prozent stellen», so der Denner- Chef.

Auch die von der St. Galler Studie postulierten Folgen - Margenerosion und Gewinneinbruch - tönen aus seiner Sicht eher dramatisch. Klar sei, dass die Margen in Zukunft nicht grösser werden.

«Ich bezweifle aber, dass es eine Erosion geben wird», zeigt sich Gaydoul gelassen. Allerdings fügte er an, sei es der Auftrag jedes einzelnen Schweizer Detailhandels-Unternehmen, keine Gewinneinbrüche zu erleiden. «Da sind wir jetzt halt gefordert, die Kostenstrukturen zu optimieren», meinte er weiter.

Angesprochen auf die Situation bezüglich Cailler-Schokolade, welche aufgrund von Preisstreitigkeiten mit Nestlé zur Zeit nicht mehr im Denner-Sortiment zu finden ist, gab sich der CEO zurückhaltend.

Es sei noch zu früh, um etwas zu möglichen Umsatzeinbussen zu sagen. Auch sei es schwer abzuschätzen, wann der Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) vorliegen werde. Denner hat Nestlé Ende April wegen Preisempfehlungen bei der Weko eingeklagt.

(sda)

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