#notjustsad: «Depressive können alles, oft aber auch nichts mehr»
Aktualisiert

#notjustsad«Depressive können alles, oft aber auch nichts mehr»

Menschen mit Depressionen kennen die guten Ratschläge ihrer Mitmenschen, wie man wieder glücklich werden soll, nur zu gut. Dabei sind Depressionen viel mehr als nur Traurigkeit.

von
bsg
1 / 7
Mit diesem Tweet gab die Berliner Bloggerin Jana Seelig die Initialzündung für den Hashtag #notjustsad. Eigentlich wollte sie nur ihrer Wut über die gut gemeinten Ratschläge Aussenstehender Luft machen.

Mit diesem Tweet gab die Berliner Bloggerin Jana Seelig die Initialzündung für den Hashtag #notjustsad. Eigentlich wollte sie nur ihrer Wut über die gut gemeinten Ratschläge Aussenstehender Luft machen.

twitter.com
Der daraus entstandene Hashtag fasst gut zusammen, was Depressionen auch sind: nämlich mehr als nur Trauer.

Der daraus entstandene Hashtag fasst gut zusammen, was Depressionen auch sind: nämlich mehr als nur Trauer.

twitter.com
Tausende Menschen fassen nun in 140 Zeichen zusammen, wie sich die Krankheit bei ihnen äussert.

Tausende Menschen fassen nun in 140 Zeichen zusammen, wie sich die Krankheit bei ihnen äussert.

twitter.com

«In Afrika verhungern Kinder» oder «Lass dich doch nicht so hängen» sind nur zwei der unzähligen, vermeintlich hilfreichen Ratschläge, die sich Menschen mit Depressionen viel zu oft anhören müssen und die ihr Ziel meistens leider komplett verfehlen: nämlich zu helfen. Wie bei jeder Krankheit, die man noch nie hatte, ist es auch bei Depressionen schwer zu verstehen, wie sich der Betroffene fühlt und was ihm hilft. Vielleicht noch viel mehr, weil sich der Schmerz oder das Leiden nicht lokalisieren lässt und es sich jeden Tag ändern kann. Wie individuell Depressionen sind, zeigt aktuell der Twitter-Hashtag #notjustsad, mit dem tausende Menschen ihre Krankheit in 140 Zeichen fassen. Auslöserin ist die Berliner Bloggerin Jana Seelig. Sie wollte auf Twitter ihrer Frustration über das Unverständnis ihres Umfelds Luft machen.

Es scheint, als habe Seelig damit einen Nerv getroffen, denn seit über einer Woche twittern sich unzählige Depressive einen kleinen Teil ihrer Krankheit von der Seele: mal tieftraurig, mal poetisch oder wütend. Liest man sich durch die Flut der Tweets, wird eines klar: Das Bedürfnis, sich mitzuteilen, ist gross. Das Wissen, nicht allein zu sein, und die Entstigmatisierung der vermeintlichen Volkskrankheit sind für viele Betroffene ein kleiner Lichtstrahl ins alles umfassende Dunkel. Leiden auch Sie unter Depressionen und möchten diese anonym und in kurzen Worten beschreiben? Schreiben Sie sich von der Seele, was Ihre Depression ist oder mit welchem Unverständnis im Umfeld Sie zu kämpfen haben.

Wenn Sie glauben, unter Depressionen zu leiden oder bereits mit dieser Diagnose leben und Hilfe suchen, wenden Sie sich an das Kriseninterventionszentrum in Ihrer Stadt oder an die «Dargebotene Hand» unter der Telefonnummer 143

Deine Meinung