Aktualisiert 28.07.2004 20:38

«Der 1. August gehört auch uns»

Junge Ausländerinnen und Ausländer zweiter Generation wollen den 1. August als gleichberechtigte Schweizer feiern. Ein Komitee aus jungen Secondos und Secondas macht sich für die erleichterte Einbürgerung stark.

Die Secondos gehörten zur Schweiz und wollten auch politisch mitreden.

Mit dem Slogan «Der 1. August gehört auch uns» warben die Secondos und Secondas in Bern für die beiden Einbürgerungsvorlagen, über die am kommenden 26. September abgestimmt wird. Für viele Secondos sei der 1. August der einzige bekannte Nationalfeiertag, denn sie seien in der Schweiz aufgewachsen, gingen hier zur Schule und arbeiteten hier. Auf dem Papier seien sie zwar Ausländer, im Herzen aber Schweizer. Für solche jungen Menschen, über eine viertel Million in der Schweiz, brauche es ein einheitliches, einfaches und faires Einbürgerungsverfahren.

Die Secondos leisteten einen wichtigen Beitrag an die Entwicklung der Schweiz, ob als Lehrlinge, Studenten, Ärzte, Taxifahrer oder Fussballer, sagte Babak Fargahi, Präsident von Secondos Inter Pares . Die Secondos wollten die Schweiz mitgestalten und mittragen und daher auch politisch mitreden können. Handkehrum sollten die Secondos auch Pflichten übernehmen und etwa an der Verteidigung des Landes teilnehmen. Die beiden Einbürgerungsvorlagen stellen laut Roberto Rodriguez, dem Co-Präsidenten der Organisation Second@s plus, ein neues Staatsverständnis dar, das nicht mehr nur vererbte Rechte anerkennt, sondern die gesellschaftliche Realität in der Schweiz widerspiegelt.

Die Interessenverbände der jungen Ausländer warnten davor, die Abstimmungskampagne als Diskussion über die Überfremdung zu führen. Der Bundesgerichtsentscheid vom vergangenen Sommer und die Frage der Einbürgerungen durch das Volk stehe nicht zur Debatte. Die SVP sei gegen die Vorlagen, da sie für ihre Politik der Überfremdungsangst einen hohen Ausländeranteil brauche. (dapd)

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