Basel: Der 3-D-Zebrastreifen soll in Basel getestet werden
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BaselDer 3-D-Zebrastreifen soll in Basel getestet werden

Eine optische Täuschung soll Auto- und Velofahrer zum Abbremsen bewegen: 3-D-Zebrastreifen sind in in Island bereits Realität. Nun will man sie auch in Basel ausprobieren.

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daf

Die isländische Stadt Ísafjörður hat den 3D-Zebrastreifen schon. (Video: Tamedia/Vegamálun GÍH)

Basel will im Strassenverkehr neue Wege gehen und dreidimensionale Zebrastreifen ausprobieren. Der Grosse Rat von Basel-Stadt hat am Donnerstag der Kantonsregierung den Auftrag erteilt, für einen Pilotversuch einen Antrag beim Bund zu stellen.

Für die 3-D-Zebrastreifen eingesetzt hatte sich die grüne Politikerin Michelle Lachenmeier. Sie hatte im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt einen Vorstoss eingereicht, dem schliesslich zwei Drittel des Parlaments folgten. 3-D-Zebrastreifen sehen nicht nur spektakulär aus, sie sollen vor allem die Verkehrssicherheit erhöhen (siehe Video). In der isländischen Kleinstadt Ísafjörður ist ein solcher Streifen bereits im Einsatz. Die Politik will nun ausprobieren, ob das 3-D-Prinzip auch die Fussgänger in Basel besser schützt.

«Automatisch bremsen»

Die kunstvoll gestalteten Strassenübergänge wirken dank einer optischen Täuschung auf die Verkehrsteilnehmer ein: «Die Streifen erscheinen den Auto- und Velofahrern als Balken, wodurch dem Gehirn automatisch der Befehl zum Bremsen oder zur Bremsbereitschaft signalisiert wird», so Grossrätin Lachenmeier. Diese Idee sei auf jeden Fall einen Versuch in Basel wert, ist sie überzeugt.

Nicht der gleichen Meinung sind Politiker anderer Parteien, etwa der SVP. Deren Grossrätin Daniela Stumpf bezweifelt, dass die Wirkung der optischen Täuschung von langfristiger Dauer ist. Zudem findet sie den Effekt eher gefährlich als nützlich: Die 3-D-Streifen könnten die Verkehrsteilnehmer verwirren, was für die Sicherheit kontraproduktiv sei.

In dieselbe Kerbe schlägt LDP-Vertreter Michael Koechlin. Er glaubt, der optische Trick könnte bei Auto- und Velofahrern eine Vollbremsung auslösen, was sicher nicht förderlich wäre. Sein Parteikollege René Häfliger findet diese Vermutung «übertrieben» und sprach sich, entgegen der Haltung seiner Partei, für die 3-D-Streifen aus.

Zebrastreifen sind Sache des Bundes

Die Knacknuss in der Basler Zebrastreifen-Diskussion war, inwiefern solche in der Schweiz überhaupt umsetzbar sind, denn die Regelungen für Zebrastreifen sind schweizweit einheitlich und Sache des Bundes, nicht der Kantone. Dieses Argument brachten die Gegner des 3-D-Zebrastreifens wiederholt ein. Die Befürworter entgegneten, dass es sich bei Lachenmeiers Vorstoss lediglich um einen Pilotversuch handle.

Da die Zebrastreifen eine Bundesangelegenheit sind, muss die Basler Regierung einen Antrag in Bern einreichen, um die neuen Zebrastreifen testen zu können. Wann und wo in Basel die 3-D-Zebrastreifen dann zum Einsatz kommen sollen, liessen ihre Befürworter zunächst offen.

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