Aktualisiert 31.07.2014 09:28

Auf dem Vormarsch

Der absichtliche Fehlpass als taktisches Mittel?

Frank Wormuth, Trainerausbilder des DFB, ist überzeugt, dass Spieler in Zukunft Fehlpässe mit Absicht schlagen werden, um das Team in eine bessere Position zu bringen.

von
hua

Zwar hat es an der WM in Brasilien so viele Tore gegeben wie nur einmal zuvor an einer WM - 1998 in Frankreich. In den letzten Jahren wurde aber klar bemerkbar, dass die Defensive im heutigen Fussball immer wichtiger wird. Die Teams stehen häufig hinten rein und warten auf einen Fehler des Gegners. Dann schlagen sie zu, erzielen ein Tor und ziehen sich wieder zurück. Das macht den attraktiven Fussball kaputt. Tore werden Mangelware.

Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, sieht der Deutsche Frank Wormuth eine Möglichkeit. Der Trainerausbilder des Deutschen Fussballbundes DFB ist überzeugt, dass in Zukunft absichtliche Fehlpässe ein taktisches Mittel sein werden. Als erster Impuls denkt man, das macht doch keinen Sinn. Die Fussballer versuchen doch alles, um Fehlpässe zu verhindern. Man denke da nur an die von Barcelona praktizierte Tiki-Taka-Taktik. Da war ein Fehlpass beinahe gleichbedeutend wie ein geschenkter Penalty.

Ballführende Spieler angreifen

Gerade so wichtig wie Ballbesitz ist aber aggressives Forechecking. Das heisst, wenn der Gegner im Ballbesitz ist, die Räume eng machen und den Ballführenden sofort attackieren, um einen Ballverlust zu produzieren. Danach befindet sich das Team, das das Leder ergattert hat, im Vorteil, da es sich in einer besseren Position auf dem Spielfeld wiederfindet und sich das gegnerische Team womöglich noch in der Vorwärtsbewegung befindet.

So macht ein Fehlpass zum Gegner eben wieder Sinn. Denn wenn der Ball beim Kontrahenten ist, kann man diesen attackieren und einen Ballverlust provozieren. Wormuth meint, eine Mannschaft könnte gelegentlich mit einem taktischen Fehlpass auf diese Weise viel Raum auf dem Platz überbrücken und bei einem Ballgewinn habe man einen kurzen Weg bis zum gegnerischen Gehäuse. Es versteht sich von selbst, dass diese Fehlpässe nicht am eigenen Strafraum gespielt werden sollten. Ob sich die Taktik der gelegentlichen absichtlichen Fehlpässe durchsetzen wird, bleibt aber fragwürdig.

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