Angriff auf Jogger: Der aggressive Fuchs von Eglisau ist tot

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Angriff auf JoggerDer aggressive Fuchs von Eglisau ist tot

Der getötete Fuchs wird noch auf Krankheiten untersucht, wie es bei der Jagdverwaltung heisst. Aufdringliche Füchse sind keine Seltenheit – meist sind die Menschen daran schuld.

von
som

Herr Philipp*, ein Fuchs in Eglisau wollte diese Woche dreimal einen Jogger angreifen. Warum ist das Tier derart aggressiv?

Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Möglich ist, dass er sich zu sehr an die Menschen gewöhnt hat. Vielleicht wollte er einfach nur spielen oder dachte, der Jogger gebe ihm Futter. Allerdings gibt es auch Krankheiten, durch die Füchse ihren natürlichen Fluchtinstinkt verlieren. Wir haben das Tier am Donnerstagabend erlegt und untersuchen es jetzt.

Kann es sein, dass das Tier Tollwut hatte?

Das ist eher unwahrscheinlich, da Tollwut in der Schweiz derzeit ausgerottet ist. Es gibt aber auch andere Krankheitserreger wie den Fuchsbandwurm oder das Staupevirus, die bewirken können, dass die Tiere im Endstadium zutraulich werden.

Könnte das für den Menschen nicht ziemlich gefährlich werden, wenn der Fuchs zubeisst?

Füchse beissen in der Regel nur zu, wenn sie Tollwut haben. Die Krankheit Staupe kann zudem nicht auf den Menschen übertragen werden. Der Fuchsbandwurm ist hauptsächlich gefährlich, wenn man Lebensmittel isst, auf die das Tier seinen Kot abgesetzt hat. Deshalb sollte man sie gut waschen. Derzeit glaube ich aber, dass der Fuchs in Eglisau eher zu sehr an die Menschen gewöhnt war als krank. Ein zunehmendes Problem.

Warum?

Daran sind die Menschen schuld. Es gibt Leute, die Füchse aus falscher Tierliebe füttern. Dabei finden sie in freier Wildbahn genug Futter. Zudem wagen sich die Tiere immer näher an die Zivilisation, wenn man Essen oder Abfallsäcke nach draussen stellt. Es kam im Kanton Zürich schon vor, dass sich Füchse in die Häuser schlichen.

Werden viele aufdringliche Füchse wie jener in Eglisau getötet?

Ich habe keine Zahlen, aber es kommt immer wieder vor. Wenn ein Fuchs wiederholt den Menschen so nahe kommt, ist das kein natürliches Verhalten mehr. Leider bleibt dann meistens nichts anderes mehr übrig, als ihn zu erlegen.

Was kann man sonst noch tun?

Man sollte die Tiere verscheuchen. Im Garten geht das sehr gut mit einem Wasserschlauch. Auch der Jogger von Eglisau hat richtig gehandelt, indem er mit Steinen nach dem Fuchs warf und ihn laut anschrie.

*Urs J. Philipp ist Abteilungsleiter der Zürcher Fischerei- & Jagdverwaltung

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