Aktualisiert 16.06.2011 06:27

Zukunftsvision

Der Airbus mit Aussicht

Der Flugzeughersteller Airbus hat hochfliegende Pläne für die Zukunft: Transparenz soll bei den Passagierjets der Zukunft grossgeschrieben werden - Panoramablick inklusive.

von
jcg
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In den Zukunftsvisionen von Airbus haben enge, stickige Flugzeugkabinen mit winzigen Fensterchen keinen Platz mehr. Stattdessen soll eine bionische Struktur der Aussenhülle riesige Fensterflächen ermöglichen.

In den Zukunftsvisionen von Airbus haben enge, stickige Flugzeugkabinen mit winzigen Fensterchen keinen Platz mehr. Stattdessen soll eine bionische Struktur der Aussenhülle riesige Fensterflächen ermöglichen.

Reuters/Airbus
Ab 2050 sollen spektakuläre Aussichten auf Flugreisen die Norm sein.

Ab 2050 sollen spektakuläre Aussichten auf Flugreisen die Norm sein.

Reuters/Airbus
Im Jet der Zukunft hat traditionelles Klassendenken ausgedient. Economy, Business oder First werden von personalisierten Zonen abgelöst.

Im Jet der Zukunft hat traditionelles Klassendenken ausgedient. Economy, Business oder First werden von personalisierten Zonen abgelöst.

Reuters/Airbus

Wenn es nach der Firma Airbus geht, haben enge, stickige Flugzeugkabinen mit winzigen Gucklöchern in nicht allzu ferner Zeit ausgedient. Stattdessen sollen riesige Fensterflächen die Kabine luftig leicht erscheinen lassen und atemberaubende Aussichten bieten. Die traditionellen Kabinenklassen sollen ausserdem von personalisierten Zonen mit massenhaft Hightech abgelöst werden. Nach Airbusangaben soll sich künftig jeder Passagier nach einem Flug «revitalisiert und bereichert fühlen». Was heute noch wie Zukunftsmusik tönt, soll bis 2050 realisiert sein.

Im Vorfeld der jährlichen Flugzeugmesse in Le Bourget bei Paris hat sich der europäische Flugzeughersteller in die Karten blicken lassen und sein Kabinenkonzept vorgestellt. Auffallend ist die Struktur der Aussenhaut. Sie ist vom Knochenbau von Vögeln inspiriert und bietet Stabilität, wo sie erforderlich ist. Zwischen den «Vogelknochen» will Airbus eine intelligente Kabinenwandmembran spannen, die einerseits die Lufttemperatur kontrolliert und andererseits durchsichtig werden kann, um den Fluggästen einen freien Panoramablick zu ermöglichen.

Morphing-Sitze und virtuelles Golf

Auch die geplante Innenausstattung der Zukunftskabine hat es in sich. Statt in Economy, Business oder First wird sich der Passagier der Zukunft in massgeschneiderten Zonen bewegen. Zur Auswahl stellt Airbus dabei eine «Vitalisierungszone», eine «interaktive Zone» und eine «Smart Tech-Zone». In der Vitalisierungszone im vorderen Teil der Maschine sollen mit Vitaminen und Antioxidantien angereicherte Luft, stimmungsvolle Beleuchtung, Aromatherapie und Akupressurbehandlungen dafür sorgen, dass man jünger aussteigt als man eingestiegen ist. In der interaktiven Zone im mittleren Teil gibt es sogenannte Pop-up-Projektoren, die den Passagier in jedes gewünschte Szenario versetzen können. Als Beispiele nennt Airbus holographische Spiele wie Golf und virtuelle Umkleidekabinen für aktive Shopper.

Die schöne neue Flugzeugwelt. (Video: Airbus)

In der Smart Tech-Zone schliesslich sollen sich technologieaffine Reisende wie zu Hause fühlen. «Chamäleonartige Angebote» sollen es dieser Zielgruppe ermöglichen, ihr Leben in der Luft so fortzusetzen, als wären Sie auf dem Boden. Morphing-Sitze passen sich hier perfekt an den Körper an. Ein integriertes «Neuronennetz» soll nach den Plänen des Flugzeugbauers diese totale Individualisierung des Flugerlebnisses schaffen, indem es die Wünsche von Passagieren identifizieren und darauf reagieren kann. Man darf gespannt sein, wie diese Interaktion von Mensch und Maschine in der Praxis genau ablaufen wird. Doch selbst wenn neuronale Netzwerke auch 2050 noch Zukunftsmusik sein sollten, solange Airbus bis dann den Panoramablick in die Kabine gebracht hat, dürften die Träume einer Mehrheit von Flugreisenden bereits mehr als erfüllt sein. Wenn sie denn schwindelfrei sind ...

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