10.10.2020 15:00

Der Alfa Romeo 2000 GTV ist gereift wie guter Wein

Als Alfa Romeo im Juni 1971 einen Zweilitermotor für den «Bertone» ankündigte, waren die Erwartungen hoch. Und die Neuerung enttäuschte nicht. Der 2000 GTV wurde noch besser und zum 200-km/h-Sportcoupé.

von
Bruno von Rotz
10.10.2020

Bis ins Jahr 1963 zurück reichen die direkten Vorfahren des 1971 präsentierten Alfa Romeo 2000 GTV. Es begann mit der Giulia Sprint GT, es folgten der «Veloce» und 1968 der 1750 GT Veloce.

Im Juni 1971 schliesslich präsentierte Alfa Romeo den neuen Zweilitermotor. Wer angenommen hätte, dass für die Hubraumvergrösserung einfach eine neue Kurbelwelle oder etwas dicker ausgefräste Zylinderöffnungen nötig sein würden, der sah sich getäuscht. Tatsächlich handelte es sich beim Vierzylinder um eine Neukonstruktion, wenn auch bewährte Bauprinzipien beibehalten wurden. Ganz frisch musste man allerdings nicht beginnen, denn mit dem GTAm-Rennmotor stand bereits eine Basis, die für Hubraumvergrösserungen tauglich war, zur Verfügung. Weiterhin war die Kurbelwelle fünffach gelagert und natürlich wurde die Ventilsteuerung durch zwei über Kette angetriebene obenliegende Nockenwellen übernommen.

Das vom 1750 GT Veloce übernommene Fünfgang-Getriebe wurde übernommen und verstärkt, auch Fahrwerk und Bremsanlage (vorne untere Dreieckquerlenker und obere Einzelquerlenker, hinten Starrachse mit Längsschubarmen und mittleren Querlenkern, Scheibenbremsen an allen vier Rädern) wurde beibehalten.

Der Alfa Romeo 2000 GTV von 1973 ist ein Garant für «Freude am Fahren».

Der Alfa Romeo 2000 GTV von 1973 ist ein Garant für «Freude am Fahren».

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Knapp über 130 PS genügen, wenn ein Leergewicht von etwas über einer Tonne gegenüberstehen.

Knapp über 130 PS genügen, wenn ein Leergewicht von etwas über einer Tonne gegenüberstehen.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Zeigte damals auch manchem Porsche oder Triumph die Auspuffrohre.

Zeigte damals auch manchem Porsche oder Triumph die Auspuffrohre.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com

Kosmetische Eingriffe

Während die Karosserie im Vergleich zum 1750 GT Veloce praktisch unverändert war, gab es im Interieur dezente Korrekturen. So wanderten das Kühlwasserthermometer und die Benzinanzeige von der Mittelkonsole zwischen die beiden Hauptinstrumente, wo sie schneller sichtbarer waren. Im Drehzahlmesser war nun eine Öldruckanzeige montiert, acht Kontrollleuchten wurden oberhalb der Lenkradnabe eingebaut. In der Folge wurde auch die Mittelkonsole in ihrer Form etwas angepasst.

Auf eine Bedienung der Scheibenwischanlage via Lenkstockhebel verzichtete man aber bei Alfa zumindest anfänglich noch. Allzu viel wollte man bei Alfa Romeo wohl nicht ändern, warum auch, schliesslich war das Coupé GTV schon damals ein Klassiker. Und auch heute noch beweist es seine Manieren.

Ein ausgewogener Granturismo

Man kann sich dem Urteil der damaligen Testfahrer nur anschliessen, der 2000 GTV ist ein überaus angenehmes Fahrerauto. Er ist über die Jahre gereift wie ein guter Wein. Es ist einfach ihn zu lieben. Das beginnt schon mit dem unkomplizierten Einstieg, der schlüssigen Sitzposition, dem hellen Innenraum, der eine fast uneingeschränkte Rundumsicht garantiert.

Der Motor wird mit Zündschloss rechts vom Lenkrad gestartet, die Hand fällt wie von selber auf den Schalthebel gleich rechts daneben, welcher es erlaubt, die Gänge ohne viel Gestänge direkt im Getriebe zu sortieren. Der Motor bietet viel Drehmoment und ordentlich Kraft, so dass man auch in einem fast 50-jährigen GTV schnell in Gefahr gerät, Geschwindigkeitslimiten zu überschreiten.

Am schönsten ist es aber sowieso, mit legalen Tempi über geschwungene Landstrassen durch freie Landschaften zu touren, dann kommt das sonore Brummen des Vierzylinders gut zur Geltung und man hat auch Zeit, zwischendurch die schönen Instrumente zu bewundern. Dank kompakter Ausmasse und einem guten Lenkgefühl lassen sich auch enge Strässchen geniessen und auch die vier Scheibenbremsen können mit der Dynamik immer mithalten.

Abgelöst wurde der 2000 GTV schliesslich vom Alfetta Coupé ab Mitte der Siebzigerjahre. Dem kompakten «Bertone» aber weinten die Sportfahrer noch manche Träne nach, kein Wunder ist er auch heute noch beliebt und erreicht Bewertungen, die trotz hoher gebauter Stückzahlen locker das Doppelte des damaligen Neupreises ausmachen.

Weitere Informationen, technische Daten, viele Fotos und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

Zwischengas.com ist die umfangreichste Online-Plattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischer Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

Zwischengas.com ist die umfangreichste Online-Plattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischer Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
39 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

E-Guru

12.10.2020, 00:32

Das deutsche Kraftfahrtbundesamt veröffentlichte die Zahlen der Autoverkäufe im April. Durch die Corona-Krise 🦠 sind die Neuzulassungen von Pkw 🚗 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 61 Prozent niedriger ausgefallen. 📉 Jede deutsche Marke 🇩🇪 hatte Verkaufsrückgänge im zweistelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahr. 📉 Tesla machte als einzige Importmarke ein Plus mit 10,4 Prozent Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr. 📈

Netflix

11.10.2020, 22:12

Eine sehr gute Reportage kann man auf Netflix anschauen. 📺 Die von Netflix produzierte Serie heisst "Dirty Money" 💰 und in der ersten Staffel und in der ersten Episode "Hard NOx" geht es ausführlich um den Dieselgate-Skandal.

Afrim

11.10.2020, 18:35

hats chlappe scho in usebuff vom dise auto?