Schlechte Vorzeichen: Der America's Cup – eine tödliche «Mickey Maus»?
Aktualisiert

Schlechte VorzeichenDer America's Cup – eine tödliche «Mickey Maus»?

Der 34. America's Cup droht zur Farce zu werden. Zu einer gefährlichen Farce. Die riesigen Katamarane sind schwierig zu segeln.

von
Sandro Compagno

Eigentlich hatte sich Larry Ellison, drittreichster Mann der USA und Eigner des Teams Oracle, alles ganz anders vorgestellt. Auf riesigen, spektakulären, aber schwierig zu beherrschenden Katamaranen sollte der 34. America's Cup ausgetragen werden. Eine Segel-Show der Superlative in der San Francisco Bay wollte der 40 Milliarden Dollar schwere Software-Unternehmer, der dem Schweizer Alinghi-Team 2010 vor Valencia den America's Cup entrissen hatte.

Die Realität sieht anders aus: Wenn am 5. Juli die Regatten der Herausforderer beginnen, dürften lediglich zwei am Start stehen: Team New Zealand und Luna Rossa (It). Der dritte Herausforderer, die schwedische Artemis-Challenge, erlitt im Mai einen schweren Trainingsunfall, bei dem der britische Olympiasieger Andrew Simpson (36) den Tod fand.

Dass die Schweden in vier Wochen am Start stehen, ist mehr als fraglich. Ihre AC72-Jacht wurde beim Unfall zerstört, eine zweite könnte bis Anfang Juli zwar gebaut sein, bis sie rennmässig gesegelt werden kann, wird es aber nochmals Wochen dauern.

Jeden Tag das gleiche Duell

Am Dienstag wurde auf der Website des America's Cup zwar ein Artikel unter dem Titel «Artemis Racing trainiert wieder» aufgeschaltet – aber mit einer AC45-Trainings-Jacht. Halb so gross und kaum zu vergleichen mit den AC72-Rennmaschinen.

So dürften ab 5. Juli Team New Zealand und Luna Rossa Tag für Tag gegeneinander segeln. Der Verlierer könnte dann – eine Regeländerung vorausgesetzt – in einer allfälligen Trostrunde Tag für Tag gegen Artemis segeln, falls die Schweden bis dann bereit sind. Die Tageszeitung «New Zealand Herald» findet ein Wort, um Larry Ellisons. America's Cup zu beschreiben. «Mickey Maus». Aber lustig ist das nicht.

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