Skandalbuch veröffentlicht: Der andere Carl XVI. Gustaf
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Skandalbuch veröffentlichtDer andere Carl XVI. Gustaf

Eine Affäre und private Eskapaden mit viel Alkohol: In dem Buch mit dem Titel «Carl XVI. Gustaf - Monarch wider Willen» wird eine bisher unbekannte Seite des schwedischen Königs beschrieben.

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Er habe das Buch noch nicht gelesen, sagte Carl XVI. Gustaf bei einer Pressekonferenz nach einer Elchjagd im Westen des Landes. (Bild: REUTERS/Adam Ihse)

Er habe das Buch noch nicht gelesen, sagte Carl XVI. Gustaf bei einer Pressekonferenz nach einer Elchjagd im Westen des Landes. (Bild: REUTERS/Adam Ihse)

Gerüchte über Eskapaden des Königs kursierten in Schweden seit vielen Jahren. Für die Medien des skandinavischen Landes galt das Privatleben von Carl XVI. Gustaf sowie das seiner Frau Silvia jedoch als tabu. Selbst die Boulevard-Zeitungen hielten sich in der Regel an diese unausgesprochene Abmachung.

Doch mit einer nicht autorisierten Biografie, die in dieser Woche veröffentlicht wird, hat sich dies offenbar geändert. Ein Autorentrio beleuchtet in dem Buch mit dem Titel «Carl XVI. Gustaf - Monarch wider Willen» eine bisher unbekannte Seite des schwedischen Königs. Neben ausschweifenden Festen mit viel Alkohol werden dem Staatsoberhaupt auch Besuche in zwielichtigen Nachtklubs sowie eine Affäre mit einer jungen Frau in den 90er-Jahren angelastet.

Jeder wusste es, keiner sagte was

Die Autoren berufen sich hauptsächlich auf anonyme Quellen und zeichnen ein wenig schmeichelhaftes Bild vom engeren Freundes- und Bekanntenkreis des Monarchen. Während sich die Boulevard-Blätter vor allem auf die anzüglichen Details des mutmasslichen königlichen Alltags stürzen, diskutiert die seriöse Presse etwa darüber, ob sich das Oberhaupt des Staates bei seinen angeblichen Nachtklub-Besuchen nicht einem unverantwortlichen Sicherheitsrisiko ausgesetzt haben könnte.

Die Tageszeitung «Dagens Nyheter» erklärte, sie habe es abgelehnt, Passagen aus dem Buch vorab zu veröffentlichen, weil ihr die Echtheit und die Relevanz des Inhalts fragwürdig erschienen sei. «Wenn wir aber gar nicht darüber schreiben, könnte es so aufgefasst werden, dass wir möglicherweise wichtige Informationen unterschlagen wollen», hiess es in der Donnerstagsausgabe.

Zur Verlässlichkeit der Quellen erklärte einer der Autoren, Thomas Sjöberg, seine Informanten seien im Zweifelsfall sogar bereit, ihre Aussagen vor Gericht zu bestätigen. Anders Lettström, ein enger Freund des Königs, bezeichnete die Vorwürfe in einem Interview mit dem Fernsehsender «TV4» als «Spekulationen, Verfälschungen und Verunglimpfungen».

Carl XVI. Gustaf schweigt vor den Medien, redet aber mit seiner Frau

Zu den pikanten Vorwürfen hat der schwedische König am Donnerstagabend jeden Kommentar verweigert. Er habe das Buch noch nicht gelesen, sagte Carl XVI. Gustaf bei einer Pressekonferenz nach einer Elchjagd im Westen des Landes. Ohne direkt auf die Vorwürfe einzugehen, erklärte der 64-jährige, er habe Medienberichten entnommen, dass es sich um sehr weit zurückliegende Begebenheiten handele.

Er und seine Familie hätten «das Kapitel abgeschlossen». Die angereisten Journalisten bat Carl XVI. Gustaf, das Königshaus in Frieden zu lassen. «Wir haben schliesslich gewisse Pflichten zu erfüllen», sagte der Monarch.

Video: Carl XVI. Gustaf behauptet, das Buch nicht gelesen zu haben

(kle/dapd)

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