Aktualisiert 27.11.2011 07:55

Schwierige Asylbewerber

Der Arabische Frühling bringt Kriminalität

Die Folgen des politischen Wandels in Nordafrika sind auch in der Schweiz zu spüren. In allen Kantonen hat die Delinquenz von Asylsuchenden zugenommen. Eine Gruppe fällt besonders negativ auf.

von
tog
Flüchtlinge aus Nordafrika erreichen per Boot den Hafen von Lampedusa.

Flüchtlinge aus Nordafrika erreichen per Boot den Hafen von Lampedusa.

Die Kriminalität von Asylsuchenden in der Schweiz steigt deutlich an. «Wir haben enorme Probleme mit sehr vielen der jungen Männer aus dem Maghreb», sagt der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) gegenüber der «SonntagsZeitung». Er ist Vizepräsident der Konferenz sämtlicher Justiz- und Polizeidirektoren der Schweiz. Die Zunahme der Straftaten betrifft laut Käser alle Kantone.

Bei den Gesetzes-Überschreitungen handle es sich vor allem um Ladendiebstähle, Autoeinbrüche und Angriffe auf Polizisten und Betreuer in Unterkünften, so die «SonntagsZeitung» weiter. Auch der Konsum von Alkohol würde Probleme schaffen. Die Situation würden neue Sicherheitskosten verursachen, sagt Käser im Interview mit der Zeitung: «Gesamtschweizerisch sind es wohl Millionen, die die Kantone mehr ausgeben.» Vor allem die Delinquenz junger Tunesier übertreffe bisherige Erfahrungen: «Was wir heute erleben, kennen wir aus früheren Flüchtlingswellen nicht.»

Die Angaben bestätigen auch SP-Sicherheitsdirektoren wie der Aargauer Urs Hofmann und der Thurgauer Claudius Graf-Schelling: «Leider stellen auch wir dieselbe Entwicklung fest. Natürlich muss man betonen, dass nicht alle Asylsuchenden delinquieren. Aber gerade bei den Tunesiern fällt auf, dass der Anteil Krimineller, verglichen mit anderen Gruppen, deutlich grösser ist», so Graf-Schelling gegenüber der «SonntagsZeitung». Selbst die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH relativiert die Entwicklung nicht.

Als Ursachen benennt Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, die «aussichtslose Lage» der Nordafrikaner und «teilweise ihre Vergangenheit»: «Einige der Tunesier haben eine kriminelle Vorgeschichte. Sei es, dass sie beim Umsturz aus einem Gefängnis freigekommen sind oder weil sie sich in Italien irgendwie durchs Leben schlagen mussten.» Es seien sehr junge Leute, die ohne Eltern unterwegs seien. Man müsse sich ihrer annehmen, sie fair behandeln und etwa mit warmen Kleidern versorgen.

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