Ende der Corona-Massnahmen - Der Arbeitgeberverband jubelt, die Juso wütet
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Ende der Corona-MassnahmenDer Arbeitgeberverband jubelt, die Juso wütet

Ab Freitag kehrt die Schweiz in die normale Lage zurück. Die Reaktionen auf den Bundesratsentscheid fallen unterschiedlich aus.

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Am Freitag enden in der Schweiz alle Corona-Massnahmen. 

Am Freitag enden in der Schweiz alle Corona-Massnahmen. 

20min/Marvin Ancian
Das hat Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch verkündet.

Das hat Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch verkündet.

20min/Matthias Spicher
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV)  begrüsst den Entscheid der Landesregierung.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV)  begrüsst den Entscheid der Landesregierung.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Ab Freitag fallen in der Schweiz die letzten Corona-Massnahmen.

  • Mit der Aufhebung der Isolationspflicht empfiehlt der Schweizerische Arbeitgeberverband, bei der Einforderung von Arztzeugnissen wegen einer Erkrankung an Covid-19 Kulanz walten zu lassen.

  • Die Juso kritisiert den Wegfall der Masken- und der Isolationspflicht. Die Junge Mitte begrüsst den Bundesratsentscheid hingegen.

Der Bundesrat hebt alle Corona-Massnahmen ab Freitag auf. Damit endet in der Schweiz die besondere Lage nach 668 Tagen. Mit dem Wechsel von der besonderen in die normale Lage gibt der Bund die Hauptverantwortung wieder an die Kantone ab.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV)  begrüsst den Entscheid der Landesregierung. Er komme für die Wirtschaft «genau zum richtigen Zeitpunkt», teilt der SAV mit. Die öffentliche Gesundheit dürfte in den kommenden Monaten kaum mehr gefährdet sein. «Gleichwohl wäre es verfrüht, jetzt das Ende der Corona-Krise auszurufen. Darum bleibt vorsichtiges Handeln in allen Lebensbereichen – nicht nur am Arbeitsplatz – auch nach der Aufhebung der Einschränkungen ein wichtiges Gebot», mahnt der SAV. Mit dem Wegfall der restlichen behördlichen Einschränkungen könnten sich die Arbeitgebenden wieder auf eigenverantwortliches Handeln besinnen.

Arbeitgeberverband ruft bei Corona-Ausfällen zu Kulanz auf

Die Fürsorgepflicht setze dabei den gesetzlichen Rahmen, um die Gesundheit der Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen. «Dazu kann es je nach betrieblicher Situation sinnvoll sein, dass die in den letzten zwei Jahren entwickelten und optimierten Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz wo nötig auch weiterhin angewendet werden», so der Arbeitgeberverband weiter.  Mit der Aufhebung der Isolationspflicht empfiehlt der SAV, bei der Einforderung von Arztzeugnissen wegen einer Erkrankung an Covid-19 Kulanz walten zu lassen.



Als unbürokratische Lösung könne etwa ein positives Testresultat als Alternative zum Arztzeugnis vorgezeigt werden. Zu beachten seien allerdings verbindliche Regeln zum Einholen eines Arztzeugnisses, wie sie häufig mit der Krankentaggeldversicherung vereinbart sind. Dann stelle das Arztzeugnis die Grundlage für die Zahlung von Krankentaggeldleistungen dar.

Massnahmen-Ende für Juso «unnötig und fahrlässig»

Kritik am Bundesratsentscheid kommt von der Juso. Es sei «unnötig und fahrlässig», die verpflichtende Isolation und die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr jetzt aufzuheben, kritisieren die Jungsozialist*innen Schweiz .

Die Junge Mitte hingegen begrüsst das Ende der Corona-Massnahmen. «Die psychische Gesundheit der jungen Generation hat während der Pandemie sehr gelitten», teilt die Jungpartei auf Twitter mit. Es brauche jetzt Massnahmen, damit sie nicht lebenslang die Auswirkungen dieser Krise spürt, so die Forderung.


Der bekannte Neurowissenschaftler Dominique de Quervain, Professor an der Universität Basel, kritisiert das Bundesamt für Gesundheit BAG. Es habe es unterlassen, die Bevölkerung über die möglichen Langzeitfolgen von Covid-19 «angemessen aufzuklären». Das BAG habe bei der Ankündigung zur Aufhebung der Corona-Massnahmen zu wenig vermittelt, dass es weiterhin sinnvoll sei, Infektionen zu vermeiden, so der Vorwurf.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143



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