29.10.2018 04:43

Von Goldach SG nach Hollywood

«Der Assistent hat mich sogar aufs WC begleitet»

Für den Ostschweizer Philip Andrew Trümpi geht ein Traum in Erfüllung: Er ist auf der Kinoleinwand im Hollywood-Streifen «Bohemian Rhapsody» zu sehen.

von
Julia Ullrich
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Der Ostschweizer Philip Andrew Trümpi wird ab Mittwoch (31.10.2018) als Freddie Mercury's Produzent, Reinhold Mack, im Kino zu sehen sein.

Der Ostschweizer Philip Andrew Trümpi wird ab Mittwoch (31.10.2018) als Freddie Mercury's Produzent, Reinhold Mack, im Kino zu sehen sein.

instagram/philipandrew
Der Film «Bohemian Rhapsody», basierend auf dem gleichnamigen Welthit der Band Queen, handelt von den Anfängen der Gruppe, ihrem kometenhaften Aufstieg und den Schattenseiten des Showbiz.

Der Film «Bohemian Rhapsody», basierend auf dem gleichnamigen Welthit der Band Queen, handelt von den Anfängen der Gruppe, ihrem kometenhaften Aufstieg und den Schattenseiten des Showbiz.

YouTube/20th Century FOX
Der Jungschauspieler gesteht, dass er vor der Rolle eigentlich gar kein Queen-Fan war: «Ich konnte zwar die meisten Lieder mitsingen, aber so wirklich darauf geachtet habe ich nie.»

Der Jungschauspieler gesteht, dass er vor der Rolle eigentlich gar kein Queen-Fan war: «Ich konnte zwar die meisten Lieder mitsingen, aber so wirklich darauf geachtet habe ich nie.»

IMDb

«Ich habe mich wie ein echter Star gefühlt», sagt Philip Andrew Trümpi zu 20 Minuten. Der gebürtige Goldacher wird ab Mittwoch als Freddie Mercury's Produzent, Reinhold Mack, im biographischen Filmdrama «Bohemian Rhapsody» zu sehen sein. Der Film, basierend auf dem gleichnamigen Welthit der Band Queen, handelt von den Anfängen der Gruppe, ihrem kometenhaften Aufstieg und den Schattenseiten des Showbiz.

«Ich war vor der Rolle ehrlich gesagt gar kein Queen-Fan», gesteht Andrew. Er hat seinen zweiten Vornamen zum Nachnamen geändert, weil Trümpi niemand aussprechen könne.

Er habe zwar jedes Lied mitsingen können, habe vorher aber nie so wirklich darauf geachtet. Das ist jetzt natürlich anders: «Jetzt bin ich auf jeden Fall ein Fan. Die Geschichte begeistert mich total», so der 27-Jährige.

Trailer des Filmdramas «Bohemian Rhapsody» (Video: 20th Century Fox).

Koch und Chauffeur

Andrew beschreibt seine Rolle als besonderes und einzigartiges Erlebnis: «Ich wurde genau gleich behandelt wie die anderen, obwohl ich gar kein Star bin.» So habe er unter anderem einen eigenen Chauffeur, Koch und persönlichen Assistenten gehabt. «Der Assistent hat mich sogar auf die Toilette begleitet, ich war nie wirklich allein», so der Ostschweizer.

Da «Bohemian Rhapsody» von 20th Century Fox produziert wurde, hofft er nun auf seinen internationalen Durchbruch: «Jetzt ist der Fuss auf jeden Fall mal in der Tür», sagt Andrew mit einem Lachen. So habe er dank der Rolle bereits zu einer der renommiertesten Schauspiel-Agenturen Londons wechseln können. Darauf ist der 27-Jährige, der seit drei Jahren in London wohnhaft ist, sehr stolz.

Sachen gepackt und weg

Doch Philip Andrew Trümpi wurde nicht in das Schauspielleben hineingeboren: «Ich bin in Goldach aufgewachsen, weit ab von der Grosstadt.» Er absolvierte erst eine Banklehre, bevor er sich ans Wirtschaftsstudium traute: «Doch ich war total unerfüllt», gesteht er gegenüber 20 Minuten. Deshalb habe er in einer Kurzschlussreaktion alles hin geschmissen und ein One-Way-Ticket nach New York gebucht, um Schauspieler zu werden.

Die ersten Monate waren für ihn aber kein Zuckerschlecken: «Ich musste auf diversen Sofas in New York leben, da das Geld ausging.» Nebst Couchsurfing habe es gar Zeiten gegeben, wo der gebürtige Ostschweizer von Freunden mit Essen unterstützt werden musste. Dennoch hat er niemals aufgegeben: «Ich habe einfach nur an den Traum geglaubt und mir gesagt, ich mache das jetzt.»

«Wäre gern ein Psychopath»

Ein Jahr danach zog es ihn nach London, wo er sich bessere Chancen erhoffte. Laut Andrew haben viele eine völlig unrealistische Vorstellung vom Schauspielbusiness hätten: «Man wird nicht auf der Strasse angesprochen und kann sofort schauspielern. Das ist eher die Ausnahme, nicht die Regel.»

Der Ostschweizer, der seit rund vier Jahren Kurse und Schauspielschulen besucht, beschreibt den Vorgang eher als «Schritt für Schritt zum Star» statt «Knall auf Fall». Sein Traum ist es dennoch, einmal in einer Schweizer Produktion mitwirken zu können und dort in eine aussergewöhnliche Rolle zu schlüpfen: «Ein Gangster oder ein Psychopath wäre sehr cool», so der 27-Jährige.

Die Premiere von «Bohemian Rhapsody» findet am Montag, 29.10.2018, in Zürich statt. Schweizer Kino-Start ist Mittwoch, der 31.10.2018.

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