Der Aufbau-Verlag ist pleite
Aktualisiert

Der Aufbau-Verlag ist pleite

Die Berliner Aufbau-Verlagsgruppe geht in Insolvenz. Der früher bedeutendste Verlag der DDR mit grossen Werkausgaben von Brecht bis Fontane wird einen entsprechenden Antrag stellen. Einen Trumpf hat das Verlagshaus aber noch: Die hochkarätigen Verwertungsrechte.

Der Verleger Bernd F. Lunkewitz zieht damit die Konsequenz aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs: Der hatte befunden, der Verlag sei nie Eigentum der Treuhandanstalt gewesen, die ihn 1991 verkauft hatte.

Und obwohl Lunkewitz dem tatsächlichen Eigentümer, dem Kulturbund, den Verlag später noch einmal abkaufte, sei die Geschäftstätigkeit durch den ersten Vertrag unrechtmässig gewesen. Lunkewitz riskiert nun den Verlust von rund 50 Millionen Euro, die er in den Verlag investiert hat.

Die Geschäftsführer des Verlags, Tom Erben und René Strien, warfen in einem separaten Communiqué Lunkewitz vor, die Insolvenz- Ankündigung nicht mit ihnen abgesprochen zu haben. Es sei durchaus möglich den «traditionsreichen und operativ erfolgreichen Verlag» zu erhalten.

Rettung immer noch möglich

Die Aufbau-Verlagsgruppe besitze hochkarätige Rechte, die sie im Laufe ihrer 17-jährigen Tätigkeit erworben oder selbst geschaffen habe. Die Geschäftsführer hoffen auf die Solidarität der Autoren, Mitarbeiter und Partner, «um aus dieser vom Verleger durchaus abwendbaren Insolvenz möglichst unbeschädigt hervorzugehen.»

Im Jahr 2007 hatte die Aufbau-Verlagsgruppe, zu der auch der Verlag Rütten und Loening gehört, nach Angaben der Geschäftsführer einen Umsatz von 14,2 Millionen Euro erzielt. Zu den meistverkauften Büchern zählten zuletzt Werner Bräunings «Rummelplatz». Frühere Bestseller waren «Die Päpstin» und die Tagebücher von Victor Klemperer. (sda)

Deine Meinung