Der Aufschwung kommt

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Der Aufschwung kommt

Ein Silberstreifen am Schweizer Konjunktur-Horizont: Die Ökonomen des Bundes bekräftigen ihre Wachstumsprognose von 1,5 Prozent für 2004. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt soll besser werden.

Teuerung und Zinsen dürften tief bleiben; der Franken sollte etwas billiger werden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) nahm im Vergleich zur letzten Konjunkturprognose vom August nur marginale Änderungen vor. Die Erwartung einer Erholung stütze sich nun aber auf eine solidere Grundlage, sagte Chefökonom Aymo Brunetti auf Anfrage. Die jüngsten Daten aus den USA sind dabei noch nicht in die Prognose eingeflossen. Noch wichtiger als die unerwartet hohe Wachstumsrate des US-Bruttoinlandprodukts (BIP) im dritten Quartal sei der Umstand, dass der Aufschwung in den USA nun echt breit abgestützt sei, sagte Brunetti.

Im Falle der Schweizer Wirtschaft bekräftigten die Ökonomen des Bundes die Prognose vom vergangenen August. Demnach wird die Wirtschaft nach einer leichten Rezession im laufenden Jahr mit einem Rückgang des BIP um 0,3 Prozent 2004 wieder um 1,5 Prozent wachsen. Voraussetzung sei allerdings, dass der Euroraum zu einem deutlichen Wachstum zurückfinde und der Frankenkurs keine substanzielle Änderung erfahre.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte nach der jüngsten Prognose im kommenden Jahr etwas weniger stark ansteigen. Das seco sagt nun eine mittlere Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent voraus, verglichen mit 4,0 Prozent in der August-Prognose. Anfang Oktober hatte das Staatssekretariat für Wirtschaft bereits die Prognose für das laufende Jahr von 3,9 auf 3,7 Prozent nach unten korrigiert.

Teuerungsgefahren sind im Urteil der Bundesökonomen auch im kommenden Jahr nicht in Sicht. Sie rechnen mit einer mittleren Jahresteuerungsrate von 0,6 Prozent. Die Zinsen dürften tief bleiben, in der Tendenz aber leicht steigen. So erwartet das seco beim Dreimonatslibor einen mittleren Wert von 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent im laufenden Jahr. Der reale Aussenwert des Frankens sollte sich 2004 um 1,6 Prozent abschwächen.

Freigabe der ARB wird nicht verlängert

Brunetti gab auf Anfrage der AP ausserdem bekannt, dass sein Departement die vor Jahresfrist verfügte Freigabe der Arbeitsbeschaffungsreserven (ARB) nicht verlängern werde. Rund 1.000 Unternehmen hatten bis Mitte Oktober die Möglichkeit, bislang blockierte Mittel im Umfang von insgesamt 350 Millionen Franken für Massnahmen mit investivem Charakter einzusetzen. Die Mittel seien nicht voll ausgeschöpft worden, und auf eine Verlängerung der auf ein Jahr befristeten Freigabe werde verzichtet, sagte der Seco-Chefökonom. Konjunkturexperten hatten der Massnahme von Anfang an nur symbolischen Charakter beigemessen. (dapd)

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