15 tote Velofahrer: «Der Autoverkehr muss aus den Städten raus»
Aktualisiert

15 tote Velofahrer«Der Autoverkehr muss aus den Städten raus»

15 Velofahrer haben in diesem Jahr bereits ihr Leben auf Schweizer Strassen verloren. Pro Velo und VCS sind alarmiert. Sie fordern besseren Schutz der Velofahrer in den Städten.

von
gbr
Es geschieht immer wieder  und viel zu oft endet es mit Schwerverletzten oder gar tödlich: Auto überfährt Velofahrer. (Symbolbild)

Es geschieht immer wieder und viel zu oft endet es mit Schwerverletzten oder gar tödlich: Auto überfährt Velofahrer. (Symbolbild)

«Strassenverkehr fordert im ersten Halbjahr weniger Tote», schrieb das Bundesamt für Strassen (Astra) am Dienstag in einer Pressemitteilung. Der Trend ist erfreulich - doch er trifft nicht auf alle Verkehrsteilnehmer zu. 15 Velofahrer kamen von Januar bis Juni bei Unfällen ums Leben, sieben mehr als im gleichen Halbjahr 2013. Die gleiche Entwicklung gibt es bei den Velounfällen mit Schwerverletzten: Hier waren es 411 - die höchste Zahl in den letzten sechs Jahren, und im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 51 Prozent.

Bei den Fussgängern ist die Entwicklung ebenfalls nicht erfreulich: Hier gingen die tödlichen Unfälle zwar um 40 Prozent zurück (15 Tote gegenüber 25) - doch bei den Schwerverletzten hat sich auch hier kaum etwas verändert. Über die Jahre betrachtet ist kein Abwärtstrend auszumachen.

«Müssen über die Strassenführung nachdenken»

«Wir bedauern diese Zunahme sehr», sagt Daniel Bachofner, Bereichsleiter Verkehrssicherheit bei Pro Velo. Er vermutet, dass die Zunahme bei den tödlichen Velounfällen mit den milden Wintermonaten des Jahres 2014 zusammenhängt, während Januar bis März 2013 schneereich waren. «Dieses Jahr konnte man im Flachland praktisch ohne Einschränkungen Velo fahren, das war im letzten Jahr anders», so Bachofner.

Wenn man die Zahlen über die letzten Jahre betrachte, sei aber festzustellen, dass die Unfallzahlen bei Velofahrern «systematisch» hoch seien - während sie bei Autofahrern stetig abnähmen. Pro Velo fordert deshalb: «Man muss jetzt wirklich über Infrastruktur, Strassenführung und Verkehrsregelung nachdenken.»

VCS will Konzentration auf Fuss- und Veloverkehr

Der VCS fordert konkrete Massnahmen: Man müsse endlich den «Fuss- und Veloverkehr ins Zentrum rücken», so der Verkehrsclub. VCS-Sprecher Gerhard Tubandt sagt: «Die Unfallzahlen bei Velos und Fussgängern stagnieren - da muss etwas passieren. Der ganze Verkehr wird auf Autos ausgerichtet.»

Die Forderungen des VCS sind klar. Tubandt: «Fussgänger und Velofahrer müssen besser geschützt werden - man muss schauen, dass der Autoverkehr aus den Städten rauskommt.» Als konkrete Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer nennt der VCS Temporeduktionen, gesicherte Linksabbiegespuren für Velos, Velowege oder Verkehrsberuhigungsmassnahmen auf Hauptstrassen. «Wenn man die Geschwindigkeit an heiklen Stellen begrenzt, haben Autofahrer die bessere Übersicht, und das Todesrisiko für Fussgänger und Velofahrer sinkt bei Tempo 30 um ein Mehrfaches», so Tubandt.

Deine Meinung